Westfalen-Gelände in Angelmodde: Verwaltung schlägt Wohnquartier und Schulstandort vor

Teilen heißt kümmern!

Politische Gremien beraten ab 27. April / Rat entscheidet im Mai über Projektstart

Münster (SMS). Das ehemalige Betriebsgelände der Westfalen AG in Angelmodde bietet Platz für neue Nutzungen. Was künftig an der Heidestraße passieren soll, beraten die politischen Gremien der Stadt ab 27. April. Die von der Planungsverwaltung erarbeitete Beschlussvorlage schlägt die Entwicklung zu einem Wohnquartier kombiniert mit einem Schulstandort vor. „In der Verbindung von Wohn- und Schulstandort sehen wir ein hohes Potenzial, die Stadtteile Angelmodde und Gremmendorf mit einem neuen, nachhaltigen Quartier zu stärken und zu bereichern“, erläutert Stadtbaurat Robin Denstorff. 

Eine neue vierzügige Schule für die Sekundarstufen (Sek) I und II soll den zukünftigen Bedarf in Münsters Südosten in Teilen abdecken. Für das neue Wohnquartier ist eine Zusammenarbeit der Verwaltung mit der „Vivawest Wohnen GmbH“ als Vorhabenträgerin vorgesehen. Ein städtebauliches Qualifizierungsverfahren soll den Einstieg in den Planungsprozess bilden. Gemeinsam haben Stadt und Vorhabenträgerin bereits hohe qualitative Ansprüche an den neuen Wohnstandort mit etwa 430 Wohneinheiten formuliert: Eine gute Vernetzung, eine hochwertige bauliche und architektonische Qualität sowie attraktive Grün- und Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität sollen das Quartier auszeichnen. Nachhaltig ausgewählte Baustoffe, innovative Wärme- und Energiekonzepte sowie alternative Mobilitätsangebote sollen dem Nachhaltigkeitsanspruch gerecht werden.  

Als Ergänzung zur Entscheidung über den Projektstart empfiehlt die Verwaltung zwei Bebauungsplanverfahren. Für das Wohnquartier ist ein gemeinsam mit der Vorhabenträgerin zu erarbeitender vorhabenbezogener Bebauungsplan vorgesehen. Das Planungsrecht für den Schulstandort soll durch einen Angebotsbebauungsplan geschaffen werden. 

Über die Vorlage soll der Rat in seiner Sitzung am 19. Mai entscheiden. Nach einem positiven Votum zum Projektstart sollen die liegenschaftlichen Verhandlungen mit der Westfalen AG als Flächeneigentümerin abgeschlossen werden. Die Stadt beabsichtigt dabei den Kauf der Teilfläche für den Schulstandort, während die Vorhabenträgerin die übrige Fläche für das Wohnquartier erwerben möchte. Anschließend werden die Stadt und Vivawest eine Rahmenvereinbarung unterzeichnen, die die vereinbarten Zielvorstellungen und qualitativen Ansprüche an das nachhaltige Wohnquartier enthält. Diese wird die Grundlage für die weitere städtebauliche Entwicklung und das anschließende Qualifizierungsverfahren darstellen.  

Die Planungsverwaltung legt in diesem Prozess großen Wert auf die Einbindung der Öffentlichkeit: Nach der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung ist der Start für die mehrstufige Bürgerbeteiligung geplant. In der Auftaktveranstaltung im Vorfeld des städtebaulichen Qualifizierungsverfahren lassen sich Ideen und Anregungen aus der Bürgerschaft sammeln, die in die Entwurfsarbeit einfließen. Und wenn die teilnehmenden Stadtplanungsbüros in einer Zwischenpräsentation ihre Entwürfe vorstellen, können die Bürgerinnen und Bürger Hinweise für die zweite Arbeitsphase einbringen. Anschließend wird in einer Veranstaltung über die Entscheidung des Preisgerichts informiert, welcher Entwurf als Sieger aus dem Verfahren hervorgegangen ist. Im Bebauungsplanverfahren haben die Bürgerinnen und Bürger während der Offenlegung nochmals die Gelegenheit, Stellungnahmen abzugeben.