Weitere Biogas-Anlagen in Nepal

Mit großer Begeisterung sind Christoph und Paola Roer als Vertreter des ÖWK St. Nikolaus von ihrer Reise nach Nepal zurückgekehrt.

Bela ist Biogas-Modelldorf

In Kathmandu waren sie herzlich von Vertretern der Partnerorganisation HEFA empfangen worden. Ziel der Projektbetreuungsreise war die Bergregion um das 60 km östlich von Kathmandu gelegene Dorf Bela. Dort werden durch den ÖWK mit Unterstützung des BMZ derzeit 335 Biogasanlagen gebaut.

Biogas selbstgemacht

Das Biogas produzieren die Familien selbst durch konsequentes Nutzen der Biomasse, die Mensch und Tier liefern. Die erneuerbare Energie ersetzt das traditionell zum Kochen genutzte Feuerholz. Der Rodung der Wälder kann somit Einhalt geboten werden.  Die Verbrennung des durch Gärung entstehenden Methangases auf einem Gaskocher erzeugt zudem wesentlich weniger schädlichen Rauch, der in der Vergangenheit zu erheblichen Atemwegs- und Augenerkrankungen geführt hat. Die Biomasse wird nach abgeschlossenem Gärungsprozess über einen Überlauf wieder frei und kann als hochwertiger Dünger auf die Felder ausgebracht werden.

Da in der Region um Bela inzwischen eine vergleichsweise große Anzahl an Biogas-Anlagen erfolgreich betrieben werden – der ÖWK hatte in den Jahren 2005 und 2006 bereits 180 Biogasanlagen gebaut – trägt der Ort seit kurzem den Titel eines „Biogas Modelldorfes“, was am Ortseingang über ein großes Schild dokumentiert ist. Regelmäßig finden Besuche durch internationale Gruppen von Wissenschaftlern und Technikern statt, die die Erfahrungen aus der Praxis für Anwendungen in Asien, Afrika und Lateinamerika nutzen wollen.
Der Bau der Anlagen ist nur in der Trockenzeit von November bis Mai möglich, da während der Regenzeit Straßen und Wege unpassierbar sind. Das Baumaterial muss teilweise mehrere Kilometer von den Familien zur Baustelle getragen werden.
Aktuell sind bereits ca. 160 neue Anlagen fertig gestellt.

Die Realisierung des Projektes wird derzeit durch Generalstreiks erschwert, die das gesamte Land lahmlegen, und durch horrende Preissteigerungen für Baumaterial. Dennoch ist die Motivation der Landbevölkerung und des Projektpartners in Nepal so groß, dass Christoph Roer von einer termingerechten Fertigstellung aller 335 Biogasanlagen bis Ende 2010 ausgeht.

Außerdem stand ein Besuch der vom ÖWK errichteten Schulen in Bela und Bhakundebesi auf dem Programm. In Bela wurde der Aufenthalt genutzt, um weitere Projekte zu besprechen. Konkret ist die Erweiterung der Schule in Bela um eine Oberstufe geplant sowie der Bau weiterer 336 Biogasanlagen ab Herbst 2010.

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