18.07.2026

WDR dreht im Tiergarten Wolbeck: Kelling Holt für die „Naturzeit“

): Ab halb sechs Uhr morgens drehte ein WDR-Team im Kelling Holt für die Sendung „Naturzeit“: Kriechender Günsel, Stern-Miere und ein frierendes Filmteam – Förster Wermter und Oberforstrat Edelhoff begleiteten die Dreharbeiten im Tiergarten Wolbeck.

Schon um halb sechs Uhr morgens begannen Kameramann Frank Deitert, Tonassistentin Sandra Korb und Autorin Britta Wolters ihre Dreharbeiten im Tiergarten Wolbeck – für die WDR-Sendung „Naturzeit“ in der „Lokalzeit Münsterland“. Letzte Station war der Bereich Kelling Holt zwischen Seufzer-Allee und Club 66, wo Oberforstrat Alfred Edelhoff und Förster Lothar Wermter um halb acht zum Team stießen, um die Aufnahmen fachlich zu begleiten. Für das dreiköpfige Team aus Münster war es nach eigenen Worten ein Drehtag, der wegen des frühen Lichts kaum anders zu planen gewesen wäre als mit einem Start noch vor Sonnenaufgang.

Kriechender Günsel vor der Kamera

Deiterts Kamera fing im Kelling Holt unter anderem den kriechenden Günsel und die Stern-Miere ein – zwei typische Gewächse für den eher feuchten Waldboden im Tiergarten, die sich besonders gut für Nahaufnahmen eignen. Das Material wurde auf rund vier Minuten verdichtet und am selben Tag um 19.30 Uhr in der „Lokalzeit Münsterland“ ausgestrahlt. „Sie müssen ganz schön gefroren haben“, resümierten Edelhoff und Wermter am Montagmittag die frühmorgendliche Arbeit des Teams – ein Kommentar, der die Wetterbedingungen der WDR-Naturzeit-Dreharbeiten im Tiergarten treffend zusammenfasst und zeigt, wie viel Geduld professionelle Naturaufnahmen erfordern. Für gutes Licht und ruhige Tierszenen nehmen Kamerateams solche frühen Starttermine regelmäßig in Kauf, auch wenn die Temperaturen im April morgens noch knapp über dem Gefrierpunkt liegen können.

Nicht der erste Kamerabesuch im Tiergarten

Es war nicht das erste Mal, dass ein Kamerateam den Tiergarten besuchte, erzählte Edelhoff: Bereits nach dem Orkan „Kyrill“ waren hier Sturmschäden gefilmt worden. Die damals von vielen Spaziergängern missachteten Warnungen vor dem Betreten des Tiergartens seien berechtigt gewesen, betonte Edelhoff am Rande der aktuellen Dreharbeiten – noch 14 Tage nach dem Sturm seien Bäume auf Gehwege gefallen, teils ohne erkennbare Vorschädigung. Eine anhaltende kräftige Ostbrise hatte dafür gereicht; auch andernorts seien noch zwei Wochen später Fichten nachgebrochen, was zeigt, wie lange Sturmfolgen im Wald nachwirken können. Solche Erfahrungen fließen inzwischen auch in die Absprachen mit Kamerateams ein: Edelhoff und Wermter weisen Besucher und Filmschaffende gleichermaßen darauf hin, wo im Tiergarten besondere Vorsicht geboten ist, selbst wenn von einem Sturm äußerlich längst nichts mehr zu sehen ist.

Mediale Aufmerksamkeit für ein geschütztes Waldstück

Dass der WDR den Tiergarten für seine „Naturzeit“-Reihe auswählte, unterstreicht den besonderen Stellenwert des Gebiets als Flora-Fauna-Habitat: Wenige Quadratkilometer vor den Toren Münsters bieten genug typische Vegetation, um eine landesweit ausgestrahlte Naturdokumentation zu füllen. Für Wolbeck bedeutet das mediale Aufmerksamkeit weit über die Region hinaus – und einen weiteren Beleg dafür, wie eng Naturschutz und Öffentlichkeitsarbeit im Tiergarten zusammenhängen. Schon der frühe Drehbeginn um halb sechs zeigt, wie viel Aufwand selbst hinter einem nur vierminütigen Beitrag steckt. Für Edelhoff und Wermter ist jeder solche Drehtermin zugleich eine Gelegenheit, Forstamt-Themen einem breiteren Publikum zu vermitteln, das sonst selten mit Waldbewirtschaftung in Berührung kommt, gerade weil Forstthemen sonst selten von sich aus eigene Sendezeit im Hauptprogramm der Lokalzeit bekommen.

Fazit

Mit kriechendem Günsel, Stern-Miere und frühmorgendlicher Dreharbeit lieferte das WDR-Team einen vierminütigen Einblick in den Tiergarten, der weit über Wolbeck hinaus zu sehen war. Für Förster und Forstamt war es zugleich Gelegenheit, erneut auf die Bedeutung des Schutzgebiets hinzuweisen – und zu zeigen, dass professionelle Naturaufnahmen mehr Geduld erfordern, als ein vierminütiger Fernsehbeitrag am Ende vermuten lässt. Wer den Beitrag verpasst hat, bekommt über solche Berichte einen guten Eindruck davon, wie viel Vorbereitung hinter scheinbar beiläufigen Naturaufnahmen steckt, bevor am Abend nur vier Minuten Sendezeit übrig bleiben. Mehr Natur- und Medienthemen rund um Wolbeck gibt es auf wolbeck-muenster.de.

Weiterführender Link: Tiergarten Wolbeck – Freizeit und Sport

Andreas Hasenkamp

Journalist und Event- sowie Portraitfotograf in Münster