Von verlorenen Nasen und gewonnenen Erfahrungen

Von verlorenen Nasen und gewonnenen Erfahrungen
Theater-Workshop für Kinder im Kulturbahnhof Hiltrup mit Kathrin Marhofen und Lisa Hesse.

Münster-Hiltrup. Zwei Tage Theater-Workshop sind vorbei, am Donnerstag kommen die Zuschauer – da ist am Mittwoch Hochbetrieb bei den 16 Kindern im Kulturbahnhof Hiltrup.
Gerade inszenieren zwei Mädchen das „unglaubliche Pferd“: Was soll es zeigen? „Wiehern kann jedes Pferd!“, lässt das Pferd seinen Dompteur wissen – darauf hin darf es etwas Schwierigeres tun. Was, das wird man sehen. Die Kinder haben sich die Geschichte   zu „Zircus Kuba, der beste Zircus der Welt“ am Montag selbst ausgedacht. Das Programm steht weitgehend, an diesem Mittwoch wird gefeilt, verfeinert, geprobt. Lisa wünscht sich für später noch mal einen Gesamtdurchlauf – „da muss man nicht so lange warten, bis man dran ist“.
Wie kann die „böse Hexe“ mehr Eindruck machen: „Hihihihi“, macht Marhofens Helferin Lisa Hesse ein so richtig fieses Hexenlachen vor: „Das kannst du richtig übertreiben!“ Hesse spielt wie Marhofen im Theaterlabor und unterstützt sie an diesem einen Tag. Sie wolle mit den einzelnen Gruppen proben und den Ausdruck verfeinern, bei den „witzigen Clowns“ und den „atemberaubenden Artisten“. Bei 16 Kindern bleibt genug Arbeit für die seit Dienstag verschnupfte Marhofen.
Doch mehrere der Kinder sind nicht zum ersten Mal dabei und haben selbst Ideen für das Inszenieren. „Ich fände es cool“, sagt der Zauberer Daniel hinter dem Sofa mit der Königin, wenn Lisa sagt: ‚Und dann geschah etwa Unerwartetes‘.“ Gesagt, getan.
„Wenn etwas schiefgeht, das ist nicht schlimm – einfach wiederholen“, rät Marhofen bei einer Panne. Wenn mal einem Clown die Nase abfällt – einfach einbauen, als Gag, als sei es geplant, so ihr Rat. Mehrfach gibt sie Tipps, was zu tun ist, damit die Zuschauer auch im richtigen Moment etwas sehen können. Oder damit alles verständlich ist: „Ihr habt die Geschichte ja im Kopf, aber die Zuschauern sehen sie zum ersten und zum letzten Mal.“
An der Lautstärke des Sprechens will Marhofen auch noch arbeiten.
Für Lisa ist es schon der dritte Workshop. Sie habe die Information in der Zeitung gefunden, ihre Freundin auch – zusammen gingen sie hin. „Jetzt gehe ich immer hin“, sagt die Neunjährige. Bis zur Aufführung wolle sie noch am Text arbeiten. Alina ist zum ersten Mal dabei, als Schwester der Königin, und hat sich auch etwas vorgenommen: „Wenn ich sage: ‚Heut` ist mein Tag‘, soll ich nicht lächeln.“
Daniel, 11, weiß, warum er dabei ist: „Hier finde ich etwas Ruhe und neue Freunde.“  Hier könne man anders sein: „Hier gibt’s halt auch Magie“, meint er, der Zauberer.
„Seid immer mit dem Kopf dabei, ganz konzentriert“, sagt Marhofen im großen Kreis vor dem Start in die nächste Probe-Runde. „Denkt auch für die anderen mit.“
Die nächsten Theater-Workshops bietet Marhofen 2017 an.

 

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