Von leckeren Erdbeeren und Arbeitssuche

Zuletzt aktualisiert 9. Februar 2016 (zuerst 5. Mai 2015).

Münster-Angelmodde. Angelaufen ist am Montag in der Friedenskirche, was ein regelmäßiger, zwangloser Treff werden soll – das Friedenscafé, organisiert von der Flüchtlingshilfe Südost. Immer Montags von 15 bis 17 Uhr.

Eine Gelegenheit soll es sein, ins Gespräch zu kommen unter Nachbarn verschiedener Art – Alteingesessene mit  Bewohnern vor allem der Flüchtlingsunterkunft in der Heidestraße, also von der anderen Seite der Straße.
Spielzeug liegt auf einem Spielteppich in der Mitte des Saals, bald nutzen es vier Kinder, einige Helferinnen sind unterwegs. Etwa zwanzig Menschen haben sich bei der Premiere auf Tee oder Kaffee eingefunden, die Tische füllen sich. „Kosovo, alle Kosovo“ – sagt ein älterer Mann mit graumeliertem Haar und Bart, der mit einer Fünfergruppe hereinkommt.  In der Tischrunde sieht es dann doch etwas anders aus. Eine Frau stammt aus Armeniens Hauptstadt, Eriwan. Mit ihr redet der Mann russisch, mit einem anderen Gast albanisch. Die Fragen gehen hin und her. Ein junger Mann am Tisch macht klar, warum er zum Café gekommen ist. Und warum nach Deutschland. Im Gespräch will er sein Deutsch verbessern. Zwanzig Jahre sei er alt, sechs Monate hier. Und kann sich  gut verständigen. Was ihn bewegt, zeigt seine Frage an eine Presbyterin der Friedenskirchen-Gemeinde. Er habe sich bei einer Fast-Food-Kette beworben – aber noch keine Antwort bekommen – warum? Ob er denn eine Arbeitserlaubnis habe? Nein, wohl nicht. Dass es dann nichts werden kann, war ihm womöglich nicht ganz klar. Das Gespräch kommt auf das Obst auf dem Teller, Ananas, Erdbeeren. Die wüchsen im Kosovo auch, eher früher, sehr lecker. Weggegangen ist er trotzdem. Als Küchenhilfe hat er gearbeitet, aber das Geld habe nicht gereicht. Hier seien sie gut untergebracht. Zu siebt in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Das sei doch wohl eng? „Ja, aber es geht. Besser als im Kosovo.“

Später notiert er sich noch  den Namen der Sozialarbeiterin, die seit Anfang April neu dabei in den Einrichtungen in Südost arbeitet. Er möchte gern Fußball spielen, in einem Verein. Zufrieden schauten Kerstin Hellmann vom Sozialamt und Franziska Mischer von der Diakonie in die Runde. Vom Kleinkind bis zum älteren Herrn ist alles vertreten, Flüchtlinge in der Mehrzahl. Längst nicht alle sind da. Die Bewohner auf dem Hof Buddenbäumer und in der Heidestraße sind sehr gemischt, sagt Hellmann. Neben Kosovaren auch Menschen aus Ägypten, Syrien, Ghana und anderen afrikanischen Staaten, aus Indien. „Die Mischung bewährt sich auch. Das funktioniert in der Regel sehr gut. Sie versuchen, sich gegenseitig zu unterstützen.“

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