Von der Arbeit mit dem Schmerz

Von der Arbeit mit dem Schmerz
Chor-Konzert in der Jakobikirche in Coesfeld mit Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 28. November 2016 (zuerst 13. November 2016).

Coesfeld. In der Coesfelder Jakobikirche lief am Volkstrauertag alles aus dem ungewöhnlichen Projekt zusammen: Sänger aus dem Münsterland und darüber hinaus, ein Leitgedanke, der moderne und klassische Werke verband: der Tod als Verunsicherung, die Kraft von Trauer und Schmerz, die Frage, wie der Mensch mit Unvermeidlichem umgeht. [Mit vielen Fotos]

In diesem Sinne fügte Ansgar Kreutz drei Werke zu einem Konzert: Musik von Gustav Holst, „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms in Kreutz‘ Fassung für Kammerorchester, und, ebenso eine Uraufführung, Kreutz‘ „Vom Schmerz“, das sich aus einem Text des maronitischen Christen und vom Orient geprägten Philosophen Khalil Gibran speist.
Dem Chor, dem Kammerensemble und den Solisten Maximilian Kramer, Bariton, und Jenny Haecker, Sopran, gelang es, die Tiefe und Bewegtheit der Gefühle lebhaft zu machen. Beachtlich, dass sich trotz der wenigen Proben-Möglichkeiten nur wenige, kleine Lapsi hören ließen.

Die meisten der über 110 Sänger kamen aus dem Städtischen Musikverein Coesfeld von 1829, dem Laerer Madrigalchor, dem Eurogio-Konzertchor und dem (von Kreuz gegründeten) Westfälischen Kammerchor Warendorf, einige kamen als Einzelpersonen aus Osnabrück, Bad Oeynhausen oder dem Ruhrgebiet. Das Requiem zu kennen war Bedingung für die Teilnahme an dem gelungenen Projekt. So hatte Renate Brehmer aus Coesfeld es 2016 schon gesungen. Die anderen beiden Werke seien „schon sehr modern“, der Musikverein habe darin jedoch Erfahrung, etwa mit John Rutter oder Andrew Lloyd Webber.

Horst Fritsche, vom Sender Kirchenchor und Heinrich-Schütz-Chor hatte das Requiem schon vor Jahrzehnten gesungen: „Ich wollte es wiederholen“. Es sei „nicht unbedingt anders, aber schön“. Karl-Heinz van den Wyenbergh kannte Kreutz schon aus dem Westfälischen Kammerchor Warendorf, den Kreuz 2003 gegründet hatte. Die Stücke mit den vielen Chören „auf den Punkt zu bringen“, das sei „eine echte Herausforderung“ gewesen.

Nicht unzufrieden war Dr. August Hülsmann vom Vorstand des Musikvereins Coesfeld – das Urteil wolle er jedoch dem Publikum überlassen.
Das 16-köpfige Orchester mit Harfe, Pauken und Orgel (Ralf Blasi) fügte sich gut in das Verhältnis zur Chorstärke und den für Kreutz neuen Kirchenraum.
Schlecht sei der Vorverkauf gewesen, so ein Helfer, doch am Sonntag füllte sich die Jacobikirche schon eine halbe Stunde vor dem Beginn zügig. Nur wenige Plätze blieben frei zwischen den Rundsäulen des breiten Mittelschiffs.

Fotos: Jakobikirche Coesfeld, Brahms – hasenkamp.fotograf.de

Johannes Brahms Ein deutsches Requiem in der Jakobikirche in Coesfeld, 2016. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Johannes Brahms Ein deutsches Requiem in der Jakobikirche in Coesfeld, 2016. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

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