Vierfach-Orgelkonzert feiert Renovierungsabschluss in St. Bernhard

Münster-Angelmodde. Das Harmonium hatte ausgedient. Doch für seine Verdienste während der orgellosen Zeit in St. Bernhard durfte es vor dem Orgelkonzert am Sonntagnachmittag noch einmal erklingen – Organist Arne Tigges nutzte es für ein Madrigal und eine Träumerei von Louis Vierne.

St. Bernhards Kantoren sind ihrer Gemeinde anscheinend auch lange Jahre nach ihrem Weggang noch verbunden. Jedenfalls war es Pfarrer Klaus Wirth gelungen, die letzten vier Organisten der Gemeinde für das Konzert zu gewinnen: Reinhold Kollenberg (Kantor von 1978 bis 1987), Elisabeth Lefken (1987 bis 1996), Henk Plas (1997 bis 2002) und Arne Tigges (seit 2003). Sie alle spielten virtuos auf der großen Schwester des Harmoniums, der Fleiter-Orgel.25.375,56 Euro hat deren Renovierung gekostet, gut 10.000 Euro mehr als geplant. 21.806,46 Euro sind in den letzten drei Jahren gespendet worden. Wirth, Markus Füllenkemper vom Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Peter Repgen dankten ausdrücklich den vielen Spendern. Eine weitere Sammelaktion begann schon im Konzert – es fehlen noch 3.569,10 Euro.

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Der Unterschied war hörbar; Klarheit und Dynamik der Orgel haben deutlich zugelegt. Elisabeth Lefken, Burgsteinfurt, strich mit dem barocken Werk 'Präludium in e' von Nicolaus Bruhns und der 'Fanfare' belgischen Romantiker Nicolas Lemmens die Zwei-Manualigkeit der Orgel heraus.

Gern nutzten Organisten Konzerte als Gelegenheit, Werke aufzuführen, die zwar in den sakralen Raum passen, sich aber nicht in einen Gottesdienst einfügen, auch nicht als Ausspiel. Das gilt etwa für Max Regers einfallsreiche Toccata in d-Moll, die Tigges vor Johannes Brahms 'Choralvorspiel' setzte.

Zum Thema.:  Für Liebhaber der Orgel

Kollenberg präsentierte einige 'Kleine Stücke' des ebenso reizvollen, aber selten zu hörenden Salzburgers Josef Doppelbauer. Kontemplatives wechselt mit dissonantem Spannungsaufbau.

Attraktive "gemäßigt moderne" Kost bot Plas im "Ritornello capriccioso" seines niederländischen Landsmannes Herman Strategier. Dem stellte er ein romantisches 'Scherzo' von Gigout voran, "um das Moderne zu versüßen".

An dieteils schwachen Vorgänger der Orgel, darunter eine kurzlebige Hammond-Orgel, erinnerte Franz Roth, zehn Jahre stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Wo eine Hammond sieben Jahre lang Dienst tue, bringe es eine Pfeifenorgel auf über 100.

Redner und Musiker fanden starken Applaus beim Publikum in der gut gefüllten Kirche.

 

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