Viele Fragen im Urwald von Münster

Münster-Wolbeck. „Drei Zentimeter lang und schwarz“, sagt André de Saint-Paul in die Schwärze um sich, und einige Dutzend Taschenlampen richten sich auf das flache Wasser in der Senke auf der kleinen Lichtung im Tiergarten. Gesucht: Feuersalamander-Larven.Vom leicht matschigem Rand aus ist keine Bewegung im Wasser zu sehen, doch kurz darauf hat de Saint-Paul eine Larve gefunden und in eine durchsichtige Dose getan.

Nun kann jeder gucken.Und das sind viele: Wo im Vorjahr knapp zehn mit dem Biologen des Naturschutzbundes (NABU) losziehen wollten, war nun am Samstagabend der ganze Parkplatz an der Alverskirchener Straße am Eingang zum Tiergarten voll. Gut 45 Menschen jeden Alters waren mit ebenso vielen Taschenlampen zu „Nach Acht im Urwald von Münster“ erschienen. Das war nicht mehr ganz so familiär, aber wenn das Laub nicht zu sehr raschelte, ließ sich den Erklärungen des Biologen folgen.In den Urwald gehe man hier, erläuterte der. Hier habe immer schon Wald gestanden.

Kurz vor dem Jagdschlösschen, wo sich die Brücke über das Wiesental spannt und einst Wolbecks Badeanstalt war, führt de Saint-Paul in die Vielfalt der Fledermaus-Arten und ihrer Jagd-Gewohnheiten ein. Sie begännen mit dem Fliegen dann, wenn auch die Straßenlaternen angehen. Doch soweit ist es noch nicht, weder unter der Brücke noch darüber flattert es. Zum Glück springen ein Rotkehlchen und eine Singdrossel ein. Zwei Teilnehmer identifizieren sie schnell. Sabine Kotzan vom NABU erläutert, es seien zwei der wenigen Vogelarten, die auch nach Dämmerungsanbruch noch singen.

Der erste Feuersalamander ist zu Beginn des Tiergartens zu sehen. Der schwarz-gelbe Gesell auf der Hand des Biologen ist nur aus Plastik – aber so weiß jeder, nach wem man sucht. Hier stellt ein Junge die Frage, warum denn nur die Feuersalamander nicht auch in Gebieten nahe dem Tiergarten zu finden seien. „Das weiß niemand“, gibt der Biologe zu; die Tiere seien ihrem Stammgebiet treu – die Gründe kenne man nicht.

Während es dunkler wird und die Gruppe sich vorsichtig tiefer in das Naturschutzgebiet schlängelt, haben er und Kotzan noch viele Fragen zu beantworten.

Eine weitere Führung bietet de Saint-Paul am Samstag, dem 16. Mai an. Die heißt dann „Nach 9 im Urwald von Münster“, denn natürlich es es dann noch länger hell.

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