Viele Fragen an SPD-Vertreter: Bundesvorsitzender Klingbeil in Münster

Viele Fragen an SPD-Vertreter: Bundesvorsitzender Klingbeil in Münster
Viel Gelegenheit zu Fragen an Svenja Schulze, Madita Fester und Lars Klingbeil hatte das Publikum am Hafen in Münster. Foto: A. Hasenkamp.

Auf einer Bühne mit Svenja Schulze und Europa-Kandidatin der SPD: „Klingbeil im Gespräch“

Münster -agh-. Dass „die da in Berlin abgehoben“ seien, sie nicht mit Bürgern sprechen wollten, das stimme nicht, so Svenja Schulze am Dienstagnachmittag am Hafen in Münster. Zu „Klingbeil im Gespräch“ hat Münsters SPD eingeladen, der Bundesvorsitzende aus Munster steht auf der Bühne neben der Münsteraner Bundestagsabgeordneten und Bundesentwicklungsministerin Schulze und der SPD-Europakandidatin Madita Fester.
Viel Applaus gibt es unter etwa 100 Teilnehmern für das Eintreten für Jüngere im Europäischen Parlament, gegen Rechts und als Klingbeil sagt: „Unsere Solidarität gehört der Ukraine“. „Jedes dieser Waffensysteme hat meine Unterstützung und ich bin auch bereit, mehr zu machen.“ Man solle aber nicht „verächtlich“ über Diplomatie reden.
„Es gibt mehr ‚Martins‘ im Europäischen Parlament als Menschen unter 30“, bemängelt Fester; die Jüngeren hätten „kaum eine Stimme auf der europäischen Ebene“. Die Wahlberechtigung ab 16 sei „eine gute erste Sache, aber wir haben noch viel vor uns“
Gegen Kürzungen im Bundeshaushalt sprechen sich Schulze und Klingbeil aus. Kürzen in der Entwicklungszusammenarbeit zerstöre Vertrauen, schwäche Europas Verhältnis zu Entwicklungsländern, die man auch für die internationale Ordnung brauche. Deutsche Industrie brauche Unterstützung bei der Anpassung der Infrastruktur. „Der Staat soll sparsam sein“, aber Klingbeil will an die Einnahmen: „Wenn wir die Erbschaftssteuer nur ein bisschen erhöhen, haben die Länder jedes Jahr zwölf Milliarden mehr. Das Geld könnte man 1 zu 1 in die Bildung stecken.“
Viele aus dem Publikum kommen zu Wort. Mancher braucht eine Weile bis zum Fragezeichen, bekommt die Zeit auch. Fabian Schulz, SPD-Vorsitzender in Münster, tut gut daran, das Mikrofon in der eigenen Hand zu halten.
Es sei ein Fehler der SPD, so eine Dame, die Mitglied ist, zu wenig von den Vorteilen der EU zu sprechen, man halte zu vieles für selbstverständlich. Bei Reisen und Frieden, sagt Fester, würden derzeit viele Menschen aufmerksamer.
Ob die Erweiterung der EU nicht erfordere, vom Prinzip der Einstimmigkeit abzulassen? Ja, so Fester, und Klingbeil führt aus, man brauche die Erweiterung für das geopolitische Gewicht Europas, und dazu auch die innere Reform.
Schulze verteidigt Projekte wie den Radweg in Peru: „Es reicht nicht, wenn wir uns nur um Deutschland kümmern.“
Klingbeil kritisiert Positionen der CDU, tritt Vereinfachungen entgegen. „Auf jede Demonstration gegen Nazis gehört auch ein ordentlicher Konservativer.“
Nächste Termine für Klingbeil sind Halle an der Saale und Chemnitz. Das Trio nimmt sich nach gut einer Stunde Publikums-Diskussion Zeit für weitere, individuelle Gespräche, Klingbeil gibt Autogramme. Als es münsterisch zu meimeln beginnt, zieht man unter Pagodenzelte. Dort reicht der Vorsitzende eine Fragestellerin an Ministerin Schulze weiter, weil es ums Lokale gehe. Derweil tragen die Jusos, ein Gruppenbild mit Klingbeil in der Tasche, Bänke zum Wagen, auch Ex-MdB Christoph Strässer packt an.
() Viel Gelegenheit zu Fragen an Svenja Schulze, Madita Fester und Lars Klingbeil hatte das Publikum am Hafen in Münster. Foto: anh.