Vater und Sohn bezwingen die Vögel in Angelmodde

Zuletzt aktualisiert 29. Mai 2015 (zuerst 14. Mai 2015).

Münster-Angelmodde. Er wollte partout nicht herunter aus dem Schießkasten, dieser Vogel der Jungschützen. 48 Jungschützen der  Bürgerschützen und Heimatfreunde Angelmodde  schossen am Donnerstag auf dem Festplatz, zum Schluss noch fünf:  Mathias Ossenkopp, Julius Bensmann, Tobias Bernzen, Luca Homann-Niehoff und Max Flatau. Einige hatten einen Favoriten und eine Wette gewonnen: Sie hatten es es über Nacht geschafft, T-Shirts mit der Aufschrift zu versehen: „Luca for King“.

Das beeindruckte den Vogel nicht im geringsten. Mal wackelte er ein wenig, mal fiel ein Stück Holz. Selbst da keimte wenig Hoffnung auf. Ob der Vogel „aus Beton geklöppelt“ war? „Zur Not macht die Feuerwehr Licht.“  Die Altschützen sollten auch noch schießen.

Jungschützen mit viel Ausdauer

Wieder lud der Schießwart, wieder trat der 20-jährige Luca Homann-Niehoff an das Gewehr mit dem Zielfernrohr, gebannt schauten die sonnenbebrillten Luca-for-King-Fans – dann fiel der Vogel und der neue Kronprinz sah sich in die Luft gestemmt. Endlich. Im Hintergrund verfolgte das Drama eine große Zahl an Gästen, darunter auch viele Nicht-Mitglieder des Vereins, das Offizierscorps der St. Achatius Nikolai Bruderschaft Wolbeck, auch der Bürgerschütze Gerald Kombe saß da im Gespräch mit dem früheren Kronprinzen Jonas Marchard und seiner Mutter aus Tansania. Auch Exil-Angelmodder waren aus der Ferne angereist, so Ludger Schmedding.

Altschützen greifen bald zum Schrot

Schnell bezog der nächste Holzvogel seinen Platz im Schießkasten, hoch damit! Den ersten Schuss lieferte der amtierende König, Udo Kahlenborn. Bald griff man zum Schrot. Auch Bernhard Homann-Niehoff, Vater des Kronprinzen, trat zum Gewehr. Und schoss zum Schluss alleine, bis er nach Schuss  263 König war. „Das kommt vor bei uns“, erläutert ein Schütze mit Schießverbot, Engelbert Honkomp: „Wenn der Sohn vorlegt, dann ist der Vater gehalten, gleichzuziehen“. Es sei aber schon länger her, das dies zuletzt geschah: 2001 bei Familie Balke, 2005 bei Familie Ossenkopp.

Bei bestem Wetter war das Fest gut besucht. Auf einen Serien-Taschendiebstahl im Festzelt am Vorabend reagierten die Schützen mit einem Sparschwein als Sozialfonds für die Bestohlenen.

Am Samstag zeigt sich nach der Messe in St. Agatha (18 Uhr) der Hofstaat mit Kronprinz und König.

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