Ursula Nelles hält Fastenpredigt: Glaube und Wissenschaft?

Ursula Nelles hält Fastenpredigt: Glaube und Wissenschaft?
Prof. Ursula Nelles bei ihrer Fastenpredigt in der Kirche St. Nikolaus 2018. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 29. März 2018 (zuerst 28. März 2018).

Münster-Wolbeck. Eine Wissenschaftlerin hatte die Gemeinde St. Nikolaus Münster zur letzten Fastenpredigt der Osterzeit 2018 eingeladen: Prof. Dr. Ursula Nelles, Rechtswissenschaftlerin und bis 2016 zehn Jahre lang Rektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.
Resolut als Wissenschaftlerin ging sie am Mittwoch ihre erste Predigt an. Sie wählt als Bezug die Lesung aus Jesaja 50, 4 und aus dem Evangelium nach Matthäus, wo Judas die 30 Silberlinge für seinen Verrat annimmt.

Wie antworten auf den Verrat? Nelles analysiert mit Spieltheorie

Jesus weiß es. Aber er entscheidet, den Weg in den Opfertod weiterzugehen, den Judas aber zu verfluchen. Eine widersprüchliche Haltung des Friedliebenden sei das, so Nelles. Eine literarische Betrachtung dieser Geschichte führe nicht weit, ebenso die metaphysisch-religiöse Lesart. Sie ende in der Unentscheidbarkeit zwischen richtig und falsch, da immer die Prämisse eines spezifischen Glaubens nötig sei. Daher wählte Nelles für die Fastenpredigt in St. Nikolaus eine wissenschaftliche Betrachtung mit dem Werkzeug der Theorie vernetzter Entscheidungen oder „Spieltheorie“. Mit deren durch Experimente erhärteten Befunden zur Vorteilhaftigkeit kooperativen oder nicht-kooperativen Verhaltens sei das Verhalten Jesu in Übereinstimmung zu bringen.

Glaube und Wissenschaft in der Fastenpredigt

Jörg Hagemann sagte in seinem Dankwort an Nelles, dass sich „Wissenschaft und Glaube nicht ausschließen müssen“ und wünschte sich, dass es unter Wissenschaftlern den Gedanken geben kann, „dass es etwas geben mag wie ein göttliches Grundgesetz“. Theologische Aussagen und auch Mystik müssten etwas haben, dass „sich verstehen lässt“, auch damit es einen Diskurs mit der Wissenschaft eingehen kann. Das Motto „Suche Friede“ pointierte er zum „Mache Frieden, im Glauben“.

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