Und sie bauten eine Orgel: Hiltruper Kinder führten in die Baukunst für die Königin der Instrumen

Münster-Hiltrup. Nicht weniger, als die Königin der Instrumente in einem Singspiel „zu bauen“ hatten sich Clemensschule und die Kirchengemeinde St. Clemens am Freitagnachmittag vorgenommen. Einer staatlichen Zahl von Eltern und Verwandten, älteren und jüngeren Kindern zeigten die Kinder zeigten die Kinder im Altarraum von von St. Clemens in diesem dritten Ereignis der Orgel-Fest-Wochen in Hiltrup ganz praktisch, wie das geht.

„Zuerst kommt mal `ne große dran, dass sie jeder sehen kann“: Mit einer großen „Pfeife“ beginnen die beiden Orgelbauer und ihre Gehilfen, Muriel Montag, Linnea Rauer, Charlotte Melcher und Christina Reuter. Schritt für Schritt bekommen die große und die kleine Pfeife, Jessica Wagener und Jenny Wagener, was eine Orgelpfeife braucht: Fuß, Lippen, Bart und Hut. Ein ganzer Pfeifenchor muss her, 33 an der Zahl. Beim Aufbau hilft das Orchester, Quer- und Sopranblockflöte, Altflöten, Klarinetten, Xylophon und Schlagzeug sowie am Klavier Gisela Fuhrmans. Nach drei Monaten Proben konnten die Instrumentalisten schon die Klangvielfalt der Orgel andeuten. Reihum stellten sich die Register vor, deren Klang dank Henk Plas an der Orgel deutlich machte. „Ich bin die Oboe, kling mal traurig und mal frohe.“

Sehr schön, doch: „Einen Missklang mein Ohr vernimmt, wir haben sie noch nicht gestimmt“, bemerken die Orgelbauer: Auch das ist rasch geschafft und es hieß: „Die Arbeit war der Mühe wert“. Das fanden auch die Zuhörer und applaudierten reichlich. Auch an den höheren Sinn der Orgel erinnert das Singspiel von Friedrich Grünke: “Sie ertönt auf viele Weisen, Gott zu loben und zu preisen.“

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Das Singspiel legte in Wort, Klang und Gesang ein beeindruckendes Zeugnis von der Vielfalt der  Arbeitsschritte ab. Und bildlich noch dazu. Dutzende Orgelpfeifen-Kostüme waren nötig und vorn stand ein Orgeltisch mit Manualen und Registern, ganz aus Papier nachgebaut. Der sehr realistische Nachbau, erstellt von Marie-Theres Greive, zog nach dem Singspiel auch einige Kinder an, die – ganz vorsichtig – einmal „probespielten“.

Für das Projekt verstärkten die von Henk Plas geleiteten Clemensspatzen sich mit Schülern der Clemens-Schule, organisiert von Sabine Gutsche. 33 Freiwillige fanden sich für die Proben außerhalb der Schulzeit.

Ganz begeistert von der Leistung zeigte sich Gutsche, deren letzte Woche als Lehrerin heute beginnt. Seit etwa 35 Jahren engagiert sich Gutsche für schulische Aufführungen. So wiegt ihr Urteil schwer: Das Liedgut, sagte sie nach dem Auftritt, war „anspruchsvoll“, und so fragte sie sich anfangs, „ob die Kleinen das so hinbekommen“ würden. Sie bekamen es sehr gut hin. Und Gutsche bescheinigte ihnen eine „Glanzleistung“. Die war auch anstrengend, denn wer ein Orgelpfeifen-Kostüm trug, konnte sich während der Dreiviertelstunde auch nicht hinsetzen.

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