Umfrage: Münsteraner sind sehr zufrieden mit ihrer Innenstadt Bürgerumfrage 2016: Stadtentwicklungsziele im Fokus / Wohnungsmarkt wichtiger Faktor

Zuletzt aktualisiert 20. August 2020 (zuerst 24. Mai 2016).

Münster (SMS) Welche Stadtentwicklungsziele soll Münster in den nächsten Jahren erreichen? Was sind die wichtigsten Einflussfaktoren für die Stadtentwicklung bis 2030? Das Ergebnis der Bürgerumfrage 2016 ist eindeutig:

Ein bezahlbares und ausreichendes Wohnungsangebot steht bei den Bürgerinnen und Bürgern ganz oben auf der Liste (71 Prozent „soll in den nächsten Jahren unbedingt erreicht werden“), ebenso wird der Wohnungsmarkt als wichtigster Einflussfaktor für die Stadtentwicklung bis 2030 angesehen. Auch bei der Frage nach den Lebensbedingungen ist das „Wohnungsangebot“ von sehr großer Wichtigkeit (71 Prozent „sehr wichtig“). Die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt wird in der geringen Zufriedenheit deutlich, zwei Drittel der Befragten sind hier unzufrieden / sehr unzufrieden fasst die städtische Planungsverwaltung das Thema zusammen, das den Münsteranerinnen und Münsteranern besonders auf den Nägeln brennt.

Maßnahmen zur Stärkung des Wohnungsmarktes „mit hoher Priorität“

„In diesen Ergebnissen spiegelt sich das starke Wachstum Münsters in den letzten Jahren wider“, erläutert Oberbürgermeister Markus Lewe. „Die eingeleiteten Maßnahmen zur Stärkung des Wohnungsmarktes müssen jetzt mit hoher Priorität umgesetzt werden.“ In diesem Zusammenhang verweist Lewe auf die laufenden Maßnahmen wie die Wiedernutzung der ehemals britischen Kasernen im Dialog mit der Bevölkerung, die Fortschreibung des Baulandprogramms mit erhöhten Zielzahlen für die Bautätigkeit, die Nutzung der Mittel für den sozialgeförderten Wohnungsbau, den Ankauf neuer Flächen für den Wohnungsbau und das Bündnis für Wohnen.

Familienfreundlichkeit, Kultur, Bildung, Umweltschutz

Weitere Stadtentwicklungsziele, die nach den Einschätzungen der Befragten unbedingt erreicht werden sollen, sind: „Kinder- und familienfreundliche Stadt“ (54 Prozent), „attraktive Kultur- und Freizeitangebote“ (52 Prozent), „attraktiver Bildungs- und Wissenschaftsstandort“ (51 Prozent), „hohe Qualitäten im Umwelt-, Natur- und Klimaschutz“ (50 Prozent). Frauen legen darüber hinaus noch besonderes Augenmerk auf die Verwirklichung von „gleichen Chancen von Frauen und Männern“ (51 Prozent). Männer betonen die Bedeutung eines „attraktiven Forschungs- und Technologiestandorts Münster“ (43 Prozent).

Als wichtigste Einflussfaktoren für die Stadtentwicklung bis 2030 folgen auf das „bezahlbare und ausreichende Wohnungsangebot“: die „Flüchtlingsthematik und Integration“, das „Bevölkerungswachstum“, die „wirtschaftliche Entwicklung bzw. der Arbeitsmarkt“, der „Demografische Wandel“, das Thema „Natur- / Umwelt- / Klimaschutz“ sowie der „Studierendenzuwachs und die Entwicklung der Universität“.
Besondere Zufriedenheit bei den Lebensbedingungen in Münster wurde beim Angebot an „Ärzten / Krankenhäusern“, bei Angeboten im „Bildungs- und Kulturbereich“ (Museen, öffentliche Büchereien, weiterführende Schulen, Theater / Konzerte) und bei der Innenstadt (Einkaufsmöglichkeiten, Gestaltung) artikuliert. Auch die Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel im Stadtteil erhielten gute Werte.

Auswirkungen des Onlinehandels

Im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes wurden in der Bürgerumfrage auch mögliche Auswirkungen des Onlinehandels auf den Besuch in der Innenstadt erhoben. Dabei haben 22 Prozent angegeben, online einzukaufen und daher die Innenstadt seltener zum Einkaufen aufzusuchen. Diese Werte liegen in jüngeren Altersgruppen noch deutlich höher (30 – 39 Jahre 38 Prozent). Demgegenüber führt bei 59 Prozent der Onlineeinkauf nicht dazu, dass die Innenstadt seltener aufgesucht wird.
„Es war richtig, bei der Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes die Auswirkungen des Onlinehandels zum Thema zu machen“, so Stadtdirektor Hartwig Schultheiß. „Die hohe Attraktivität der Innenstadt ist Ergebnis langjähriger Arbeit und muss gemeinsam mit den Innenstadtakteuren täglich weiterentwickelt werden.“ Die Umfrage zeigt auch, dass mit der Abholung online bestellter Waren in der Innenstadt durchaus Potenziale für deren Entwicklung bestehen.

Rund 5250 Fragebögen verschickte das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung an zufällig ausgewählte Personen Anfang Januar 2016. Mit über 1860 zurückgeschickten Fragebögen liegt eine gute Grundlage für die Übertragbarkeit der Ergebnisse vor. Die Umfrageteile „Grünflächen / Parks“ und „digitale Stadt Münster“ werden zurzeit noch ausgewertet und liegen Mitte des Jahres vor. Umfassende Informationen zur Bürgerumfrage 2016 stehen im Internet zur Verfügung (www.stadt-muenster.de/stadtentwicklung/kommunale-umfragen.html).

Weitere Studie zum Wandel der Innenstädte

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