Übung mit Komplikationen: Freiwillige Feuerwehr und Stifts-Personal übten im Altersheim

Teilen heißt kümmern!

Rettung eines Feuerwehr-KameradenBericht und Bildergalerie zur Übung der Feuerwehrleute aus Hiltrup, Wolbeck und vor allem Angelmodde hier: Münster-Angelmodde.- Im Aufenthaltsraum im ersten Stock läuft der Fernseher, im Gang des Kardinal-von-Galen-Stifts in Angelmodde widmet sich am Freitagabend eine Bewohnerin dem Lesen. Mitten im schläfrigen Frieden des Altenheims mit etwa 75 Bewohnern lösen um 20:40 Uhr zwei Brandmelder Alarm aus und die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus Angelmodde, Wolbeck und Hiltrup rücken aus; gegen 20:50 Uhr funkelt das erste Blaulicht am Schütthook.
  

Zwei Feuerwehrmänner suchen zielstrebig den Pförtner-Raum, dort steht in Rot der Ordner mit dem Alarmplan und hier ist der wild blinkenden Anzeige zu entnehmen, woher der Alarm kam. Während die großen Fahrzeuge vor dem Stift auffahren und erste Schläuche ausgerollt werden, stehen zwei Feuerwehrmänner in vollem Atemschutz neben dem Einsatzleiter. Ihr Ziel: die Küche neben dem Aufenthaltsraum im ersten Stock. Hier soll es brennen und vermutlich ist noch ein Mensch dort. Nach kurzem Umweg bahnen sich die zwei mit Schlauch ihren Weg ins Treppenhaus.

Schlauchende Schlauch-Probleme

Erste Probleme: Die vielen selbstschließenden Türen klemmen immer wieder den Schlauch ein; es ist kein Vorwärtskommen. Es stockt, bis andere Kräfte die Türen blockieren, einige hilfreiche Keile finden sich mit Unterstützung von Heimleiterin Doris Heidmann. Aber Schlauch und die klobigen Verbindungsstücke bleiben am Treppengeländer hängen und strapazieren die Kondition der Männer mit ihren Sauerstoff-Flaschen und Schutzanzügen. Im ersten Stock wird klar: es war kein Fehlalarm, alles ist verqualmt im Aufenthaltsraum und in der Küche. Die zwei machen Meldung und dringen dann vor, deutlich sind im wabernden Weiß die Atemgeräusche durch die Masken zu  hören.

Rettung Bewusstloser

Schließlich finden sie einen Bewusstlosen, die zwei müssen ihn herausziehen aus Küche, Aufenthaltsraum und durch den Flur schleppen, bis weitere Kräfte sich um den Mann kümmern. Zurück im Raum nach kurzer Zeit helle Aufregung: „Mayday, Mayday!“. Einer der Feuerwehrleute ist zusammengebrochen, zwei weitere eilen herbei, sichern und ziehen dann den Mann aus der Küche, dann aus der Gefahrenzone. Unterstützung kommt kurz darauf von unten, über eine Leiter reichen fünf Kameraden einen weiteren Löschschlauch. Draußen wäre jetzt alles bereit zum realen Löschangriff, auch die Drehleiter der Wolbecker fährt aus und begutachtet das Dach. Die Übung geht zu Ende. Was weniger auffiel, war ebenso wichtig: Das Personal, ebenso wenig vorab informiert wie die Löschzüge, schwärmte sogleich aus, um die Lage zu prüfen, und stand den Feuerwehrleuten mit Informationen zur Seite.

Schwachstellen aufgedeckt

Einige Schwachstellen hat die Praxis dennoch aufgedeckt: „Wir wissen, was wir schulen müssen“, meint Wolfgang Klotz, durchaus zufrieden. Klotz ist Brandschutzbeauftragter für etliche Objekte der Caritas in Münster, darunter Altenheime und Krankenhäuser. Er setzt noch den Rauchmelder in Stand, um die man sich seit einigen Jahren verstärkt kümmert. Heidmann hat es auch gewusst, sie   warf ein Auge auf diese erste praktische größere Bewährungsprobe für das Personal. Frank Sölken war der dritte, der die Übung plante und nun als Schatten beobachtete. Sölkens erstes Resüme: Bei der besonderen baulichen Situation des Altenheims ist „eine erhebliche Menge von Einsatzkräften notwendig“ ist „um zeitgerecht eine Menschenrettung durchzuführen“.

Letzte Großübung für Markus Damwerth

Für Löschzugführer Markus Damwerth war es die letzte Großübung. Im Sommer hatte der Löschzug Angelmodde mit 40 ehrenamtlichen Männern und Frauen das Stift für eine Brandschutzbegehung besucht; daraus entstand die Idee zur Übung.

{xtypo_info}Bildergalerie zur Feuerwehr-Übung im Stift {/xtypo_info}