Treffpunkt Waldsiedlung feiert fröhlich Fortschritte

Münster-Angelmodde. „Irgendetwas ist heute anders, irgendwas liegt heute in der Luft“, sang der Kinderchor, und das Lied passte zum Straßenfest am Bonnenkamp in Angelmodde. Um etliche Stände zum Spielen und Essen, eine Bühne für Chor und Zauberer, Stände von Feuerwehr und Polizei drängten sich am Samstag beim Straßenfest des Treffpunkts Waldsiedlung viele Besucher: Der „TW“ feierte mit einer Woche Verspätung sein 10-jähriges Jubiläum.

Unter den Gästen reihenweise Politiker aller Parteien aus der Bezirksvertretung Südost, ob CDU, SPD, FDP oder Grüne, auch Ratsherren und Mitglieder des Integrationsrates der Stadt Münster, nämlich Spyros Marinos, Schirmherr des TW, und Ahmet Özdemir, Mitglied der Ditib-Moschee in Münster. Und Ratsherr Richard-Michael Halberstadt  – der engagierte sich am Freiwilligentag diesmal hier und hatte Zelte mit aufgebaut. Den Dankgottesdienst gestalteten Klaus Wirth, Pfarrer von St. Bernhard, Pfarrer Hartmut Hawerkamp von der Friedenskirchen-Gemeinde und Özdemir, der aus zwei Suren vorlas. „Ich wünsche mir“, beschloss Özdemir seinen Beitrag, „von Allah für uns alle ein gemeinsames und friedliches Leben. Dankeschön“.„Du gehörst dazu“ war die Botschaft eines der Lieder eines gemischten Kinderchors. Arne Tigges ließ drei Lieder aus einem geplanten Musical hören. Die Kinder kamen aus seinem Kinderchor in St. Bernhard, zwei aus Wolbeck und die anderen aus dem Chor des TW, den Tigges seit April aufbaut.

Marinos hatte dem TW gratuliert, und damit auch der Stiftung Siverdes, die das Projekt bis 2009 getragen hat und es mit Sachmitteln weiter unterstützt. Die friedliche Nachbarschaft sei ein Erfolg von Verein und Nachbarschaft. Langfristig solle eine Einrichtung wie der TW in dieser Form, als Integrations-Projekt, nicht mehr nötig sein. Das unterstützte Paul Claahsen, Beauftragter der Stadt Münster  für die kommunalen Stiftung: Es könne ja dann ein Verein für Freizeit-Aktivitäten werden.Nicht immer leicht hatte es Zauberer Zellerino mit den etwas größeren Jungs, die sich seine Tricks ansahen. Einige versuchten ihm einzureden, ein Trick hätte ja nicht geklappt – aber der Zauberer hatte die Farbe richtig ermittelt. Und wie er die Länge der Seile veränderte, Knoten mithilfe der jungen Zuschauer wegzauberte – hinter den Trick kamen sie auch nicht. Vielleicht lag es doch am Zaubersalz. Jedenfalls sorgte Zellerino für Staunen und Lachen. Für bunten Luftballon-Figuren sorgte der Ballon-Clown „Ballooni“ von der Agentur Ballonkreationen.

Stark besetzt war der Polizeiwagen von Peter Repgen. Einmal rein und Blaulicht anmachen, das war der größte Wunsch, den Repgen dutzendfach erfüllte. Die Sirene dagegen blieb tabu. Die meisten Kinder kennten ihm schon aus Kindergarten und Schule, sagte Repgen. So wie Ali, 10, und Hadi, 12 Jahre.Das richtige Verhalten im Brandfall haben am Samstag beim Treffpunkt Waldsiedlung viele Kinder gelernt. Dort hatte der Löschzug Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr Münster einen Wagen mit Rauchkammer aufgebaut – und draußen konnten die Kinder gleich zum Übungs-Telefon eilen und die Feuerwehr alarmieren: 112: Wer, wo, wie und was?, das übten die Kinder gern.

Einige Schritte weiter hatten Antje Fuchs und Anne Kösters vom Kinder- und Jugendzentrum Mobile die „Zauberburg“ aufgebaut und es gab Kinderschminken nicht nur für Mädchen. Glück und Wissen verbanden die Abfallwirtschaftsbetriebe an ihrem Stand: Je nachdem, wo das Glücksrad hielt, gab es entsprechende Fragen.
Stark vertreten waren auch die Fußballer, deren B-Jugend an diesem Samstag gegen Gievenbeck eine Niederlage einzustecken hatten. Dafür meldete sich ein Heimkehrer bei Mark Dingerkus: Marc Schwieder, ein Deutsch-Amerikaner und in Angelmodde-Dorf aufgewachsen. Er hatte mal vorbeigeschaut, das Aufblühen der Fußballer erinnerte ihn dann an Straßenfußball und an seine Zeit beim TSV Angelmodde. Von daher kennt er viele der heute Aktiven. Er schwärmte von „diesem Zusammenhalt und Respekt“ – und beantragte gleich einen Spielpass. „Ich freue mich wie ein kleines Kind“, meinte er. Er müsse allerdings trainieren. „Einfach perfekt“ fand er das Puzzle-Logo der Multi-Kulti-Fußballer des Treffpunktes Waldsiedlung, „World Team“ genannt.

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