Tragische Helden besungen: Annemete Hein und Arne Tigges präsentieren einzigartiges Konzert mit Tra

Münster-Angelmodde. Sie sind tragische Helden einer kriegerischen Zeit und ihre Weisen verlangen nach zugreifendem Gesang und Musik. „Thurot and other Celtic Heroes“ bekamen das Verdiente am Sonntag im Konzert im Pfarrzentrum St. Bernhard.

Im spanischen Galizien eröffneten Arne Tigges am Klavier und Annemete Hein an der Flöte die Reise in eine bewegte, dramatische Vergangenheit mit „Muiñera das Zocas“. Den Untergang fünf keltischer Stämme im heutigen Frankreich besingt „Fleur-de-Reine“ von Théodore Botrel. Hier, im Gesang, zeigte sich Hein in ihrem Element. In „The Sheep under the Snow“ und das Klagelied der rächenden, hexenden und auf der Isle of Man eingekerkerten Herzogin von Gloucester legt die Sopranistin ausdrucksstark und leidenschaftlich Zorn und Klage hinein. Das Schlachtgetöse der Seeschlacht vor Ramsey inszeniert sie auch gestisch als Verlängerung des besungenen Geschehens; Zorn bricht sich Bahn im Wiegenlied „Hush, my Dear lie still and slumber“.

Viel Liebes-Poesie und immer noch Verlust und Tod liegen in den Stücken vom Ackermann, dem Herbstlied und dem Liebesflug. Tigges und Hein bauten in das Konzert der Reihe „Music and More“ jedoch auch Anekdoten und religiöse Witze ein, die Hein spontan einflocht. Nach befreiendem Lachen sangen die zwei dutzend Zuhörer gern die alte schottische Weise „Auld Lang Syne“ mit: „Nehmt Abschied, Brüder“.

Die materielle keltische Kultur reichte von Südostengland, Nordspanien und Frankreich im Westen bis Westungarn im Osten, von Oberitalien im Süden bis zum nördlichen Rand der deutschen Mittelgebirge. Tigges und Hein hatten das Konzert zuvor schon in St. Jakobus in Münster aufgeführt. Unabhängig voneinander fanden sie Interesse an den keltischen Weisen. Tigges hatte als Kontrabassist eines Zupfmandolinen-Orchesters an einem Festival auf der Isle of Man teilgenommen und sich mit der Sammlung von Liedern befasst, die Walter Gill Ende des 19. Jahrhunderts in romantischem Liedsatz umgesetzt hatte. Bei der Organistin Hein spielte ihr literarisch-sprachliches Interesse hinein. Als selbständige Musikerin bietet sie „Musik fürs Leben“ aus verschiedenen Kulturen.

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Das Konzert war eine Benefizveranstaltung für die Renovierung der verschmutzten Orgel von St. Bernhard.

 

Die Tragik keltischer Heldinnen und Helden verlangt nach Ausdrucksstärke und Leidenschaft. Annemete Hein und Arne Tigges entführten in St. Bernhard in ihre Welt.  

 

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