Tourismus: Sendenhorst und Albersloh bieten mehr als sie zeigen

Sendenhorst / Albersloh. Der Tourismus im Münsterland boomt. „Die Beherbergungsbetriebe in der Stadt Münster und den vier umliegenden Kreisen zählten 3,75 Millionen Übernachtungen. Das sind 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt kamen 1,63 Millionen Gäste ins Münsterland“, schrieben die WN am 19. Februar 2016.

„Die Stadt Sendenhorst sollte sich von diesem Kuchen ein gutes Stück abschneiden“, meint Hans Ulrich Menke, Fraktionsvorsitzender der „BürgerInnen für Aktive Kommunalpolitik“ (B.f.A.). Und darum stellt er gleichzeitig die Frage, warum keine Vertreter der Stadt Sendenhorst bei der Touristikbörse „Reise&Freizeit“ im Gebäude des Flughafens Münster-Osnabrück vom 27. bis 29. Januar anzutreffen waren.

Hier hätte es nach Meinung der B.f.A. die gute Möglichkeit gegeben, „sich gemeinsam im Verbund mit dem Kreis Warendorf zu präsentieren“. Andere Kommunen hätten das getan oder zumindest ihre Flyer am Kreis-Stand ausgelegt.
Auffällig sei, dass Sendenhorst und Albersloh in den dort ausgelegten Informationsbroschüren (Unterkünfte für Radfahrer, Radkarte für die Parklandschaft Kreis Warendorf, Radplanungskarte Münsterland, Radwandern Kreis Warendorf, Radfahren Radregion Münsterland, Burg- und Schlosstour, Werse-Radweg) nur sehr stiefmütterlich bedacht würden.

Keine Empfehlungen, keine Erläuterungen für Sendenhorster Attraktionen

Einige Beispiele: Bei der „100 Schlösser Route“ (Ostkurs), die durch Sendenhorst führt und beim Südkurs, der Albersloh tangiert, finden beide Orte keine Erwähnung. Lediglich in der Broschüre „Radkarte – Planungslandschaft Kreis Warendorf“ gibt es zahlenverschlüsselte Hinweise auf das Haus Siekmann, die Parkanlage St. Josef-Stift, die Kirche St. Martin, die ehemalige Posthalterei, sowie die Kirche St. Ludgerus und den Waschsteg in Albersloh. Weiterführende Erklärungen fehlen allerdings vollständig.
Die Hinweise auf weitere „Unterlassungssünden“ lassen sich beliebig fortsetzen. Bei den Übernachtungsangeboten „Bett & Bike“ glänzen das Hotel Waldmutter und der Gasthof Zur Post in Albersloh durch Abwesenheit. Bei „Unterkünfte für Radfahrer“ wird lediglich das Hotel Bartmann genannt. Hinweise auf heimische Ferienwohnungen, Ferienhäuser oder Pensionen fehlen ganz.
Besonders bedauerlich ist, dass bei den Radtouren „Grafen, Gräften, Gutsverwalter“, „Westfälisch genießen“, Flussduett Werse-Ems“, „Flussrundtour – Werse/Ems“, „Radkult(o)ur zwischen Werse und Ems“ sowie beim „Werseradweg“ – die allesamt durch Sendenhorst oder Albersloh führen – diese Orte nur vereinzelt genannt werden. „Ratschläge, Empfehlungen oder gar Erläuterungen zu speziellen Sehenswürdigkeiten in Sendenhorst und  Albersloh sucht man vergebens“, stellt Hans Ulrich Menke fest.

Das müsse sich in Zukunft ändern. Denn auch auf der Internetseite der Stadt Sendenhorst sei die Verlinkung im Unterkapitel „Tourismus“ und den dazugehörigen Angeboten „stark verbesserungswürdig“. Rein touristisch stelle die Stadt ihr Licht unter den Scheffel. Denn es gebe in Albersloh und Sendenhorst sowie in der unmittelbaren Nähe viele Aktivitäten und Attraktionen, die in das Tourismusangebot einbezogen werden könnten: Fallschirmspringer, Ultraleichtflieger, Segelflieger, Ballonfahrer, Kanuten, Angler, Oldtimer-Sammler (Autos, Traktoren, Landmaschinen), das Kutschenmuseum, Dampflokfahrten auf der WLE, Wersestrand, Hohe Ward, Schloss Wolbeck, das Zement-Museum bei Roland, Besichtigungen von landwirtschaftlichen Betrieben, bei Bio-Bauern, Imkern oder sogar einem Kürschner.

Telgte beispielhaft: Radtouren und Beschilderung im Außenbereich

Telgte zeige mit seinen sieben Radtouren und ihrer Beschilderung im Außenbereich beispielhaft, wie man einen Ort ins Zentrum solcher Aktivitäten stelle könne. Die vielen Bürgerradwege, die rund um Sendenhorst gebaut worden sind, seien ideal. Sie könnten nicht nur den Fahrrad-Tourismus ankurbeln, sondern auch dazu dienen, die Region geschützt vor dem Autoverkehr „zu erfahren“ und vielleicht sogar für die Gründung weitere „Landgasthöfe“ als Unterkünfte für Fahrradfahrer zu erschließen. Hans Ulrich Menke: „Wir müssen diese Alleinstellungsmerkmale erkennen, fördern und sie über eine gute Öffentlichkeitsarbeit für den Tourismus nutzbar machen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch die Stadtverwaltung Sendenhorst ihren Teil dazu beiträgt!“

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