Tischkicker-Universitäts-Meisterschaft 2016 in Münster

Tischkicker-Universitäts-Meisterschaft 2016 in Münster
Matthias Bade und Laura Hornischer konzentrieren sich auf die Attacke ihrer Gegner, zwei Studenten der Physik aus Heidelberg. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 16. Dezember 2016 (zuerst 25. November 2016).

Münster (agh). Eher still ist es in diesem Fußball-Stadion, auch die Bundesliga-Spieler konzentrieren sich ganz auf den Ball. Klack – Bäng, wieder ist ein Ball im Tor gelandet, der Spieler aus Münster klatscht seinen Gegner aus Halle ab, beide strahlen – dabei liegt einer nun zurück: Seltsam. Der Wettkampf hat einige Besonderheiten bei der Universitäts-Meisterschaft im Tischfußball. Das gab es am Samstag und Sonntag in der Mensa am Coesfelder Kreuz zu erleben.
Hochgewachsene wie auch Kleinere stehen an den Tischen. Vielfalt gibt es auch in den Studienfächern: „Ich studiere Physik“, sagt der Neuzugang Laura Hornischer aus Münster, ihre beiden Gegenüber aus Heidelberg auch. Matthias Bade hat sich dem Studium der Geschichte und der Religionswissenschaft verschrieben, ist seit 2011 beim Tischkickern dabei und Trainer im Hochschulsport in Münster. Er spielt in der 2. Herren-Bundesliga. Keimzelle des Tischkickerns in Münster ist der Verein „Schovelkoten Münster“, derzeit am Mittelhafen beheimatet – aber bald zögen sie mit ihren 60 Mitgliedern und fünf Tischen in die Scharnhorststraße, in eine frühere Kneipe.

Matthias Bade und Laura Hornischer konzentrieren sich auf die Attacke ihrer Gegner, zwei Studenten der Physik aus Heidelberg. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.
Matthias Bade und Laura Hornischer konzentrieren sich auf die Attacke ihrer Gegner, zwei Studenten der Physik aus Heidelberg. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Für die Meisterschaft der Universitäten hat Helmut Isbrecht von Ullrich-Sport aus Andernach zwölf Tische herbeigeschafft – nichts Besonderes für ihn in diesem Trend-Sport: Er habe auch schon Turniere für 800 Spieler ausgerüstet. Je fünf bis sieben Spieler oder Spielerinnen gehören zu den Teams, die von den Universitäten Oldenburg, Köln, Görlitz, der RWTH Aachen, Wuppertal, Paderborn, Tübingen, Marburg, Heidelberg und Halle sowie der Polizeiakademie Hamburg nach Münster gekommen sind. Für die WWU traten neben Bade und Hornischer an: Gerrit Budde, Jona Greve, Christian Serpé, Turnier-Organisator Danny Stumpe und Jan Wiarda.
Gastgeber sind die Münsteraner, weil sie die letzte Meisterschaft gewonnen haben; sie richten nun die dritte aus.

Bade betreut das Tischkickern im Hochschulsport und ist auch im Verein „Schovelkoten Münster“ aktiv. Diese Meisterschaft diene mehr dem Spaß, so Bade, aber diesmal seien unter den etwa 70 Spielern noch mehr hochklassige Kicker aus der Bundesliga. Einige Neulinge auch. Auch seltsam, diese Mischung.
Warum? Ein Stück weit erklärt es Isbrecht. Der Altherren-Fußballer spielt gern auf einem richtigen Platz richtigen Fußball. Aber Tischkickern sei ein besonderer Sport: In Holland ist ein Rentner mit Sitz-Tischkickern in Altenheimen unterwegs, erzählt er: Omas und Enkel kicken dann fasziniert, berichtet er. Gut sei ein Tischkicker auch, um Generationen zusammenzubringen: Viele Unterschiede in Größe und Kraft sind aufgehoben. Und man bringe die ganze Familie weg vom Smartphone, hin zur Bewegung und ins Gespräch, sagt der vierfache Vater.
Auch im Wettkampf in der Mensa ist das Miteinander besonders: Sportlich sind die Reaktionen auf schöne Treffer: Häufig klatschen sie ab, mit dem Partner oder dem Gegner. Da wundert sich der Laie noch, was da so schnell passiert ist.

Einer bereitet einen „Jet“ vor: Seine Hand berührt den Griff nicht, der Griff liegt am weiß bandagierten Handgelenk – seltsam. Millimeterweise verschiebt er den Stürmer, vor und zurück, lauert wie sein Gegner, es ist still. Klack – Bäng – die Hand schnellt nach oben, in der nächsten Millisekunde schlägt der Ball schon hinter dem Torwart ein. Er hat den richtigen Augenblick erwischt, der Ball kam durch. Nicht das man das hätte sehen können, man hört nur das Ergebnis. Klack – Bäng: „Killer!“ entfährt es einem Zuschauer, ein großes Lob.
Wem der Ball zu schnell unterwegs ist, der schaut auf die Hände, wie sie Kontakt halten zum Griff. Einige umwickeln die Griffe mit Band, einige haben einen oder zwei Handschuhe an: für mehr Griffigkeit und Beschleunigung. Einer führt die Stange mit den drei Puppen mit dem rechten Handgelenk, wechselt dann zur Fünfer-Stange, die er nun mit beiden Händen führt. Klack – Bäng.

 

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