The Modern Cello-Piano-Duo verfremdet virtuos in Wolbeck

The Modern Cello-Piano-Duo verfremdet virtuos in Wolbeck
Clemens Kröger und Daniel Sorour in Wolbeck als Modern Cello-Piano-Duo. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Zuletzt aktualisiert 10. April 2018 (zuerst 23. März 2018).

Münster-Wolbeck (agh). Pop auf klassischen Instrumenten umsetzen, verwandeln, das ist ein Markenzeichen der klassisch ausgebildeten Musiker, die am Freitag zum wiederholten Mal in Wolbeck auftraten. „The Modern Cello-Piano Duo“, das sind Clemens Kröger und Daniel Sorour, und sie hatten erneut Überraschungen im Gepäck für die Gäste des Vereins KulturVorOrt Wolbeck.

Modern Cello-Piano-Duo mag spanische Tänze

Spanische Tänze mögen sie, mit „Danzas Espagnolas“ von Enrique Granados begannen sie – ein Klang von eigenartiger Farbe. Manuel de Fallas „Feuertanz“ weckt das Bild von „Zigeunern“, dann widmet das virtuose Duo sich drei Stücken von John Lennon und Paul McCartney, auch „Michelle“.
Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsody“ gab dem Konzert das Motto; als erstes boten sie vom Ausnahme-Sänger des Rock „Don‘t stop me now“. Da bringt Sorour sein Cello mächtig in Fahrt – und verdeutlicht so erst recht, welch imposante Dynamik Mercurys Stimme sein Eigen nannte. Die bekannten Pop-Songs in schon durch die Instrumente verfremdeter Art und noch angereichert mit Jazz-Elementen zu hören, hat seinen eigenen Reiz.
Ebenso allerdings der (fast) so im Original besetzte Satz aus Schuberts Sonate a-Moll für Arpeggione und Klavier. Freunde des Klassischen konnten so mit dem Gefühl in die Pause gehen, die Balance sei wieder hergestellt zwischen Klassik und verfremdet Modernem. Wobei Schubert schon kräftig in die Romantik hineinragt: Auch das betonten die Musiker des Modern Cello-Piano-Duo in ihren allen Stücken vorangestellten informativen Einführungen.

Andere Klangwelt in Arvo Pärts „Fratres“

Eine noch ganz andere Klangwelt erlebten die Gäste in Arvo Pärts „Fratres“. Der moderne Komponist legte ungewöhnlichen Nachdruck auf die Einzelnote; das prägt das von gregorianischen Gesängen mit ihren Wiederholungen inspirierte Stück.
Mit Piazolla kennt das Publikum des Vereins KulturVorOrt Wolbeck sich aus; zuletzt hatte im März 2017 das Ensemble Luz y Sombra etwas vom Argentinier dargeboten, mit Tenor. Warmer Applaus auch hier für eine ausgereifte Interpretation.
Im Satz aus Bachs Sonate für Gambe und Tasteninstrument g-Moll mutet das Cello seltsam zurückgenommen an, man vermisst die Klarheit eines Schwerpunkts.
Schon 2009 und 2011 war Kröger in Wolbeck aufgetreten, damals mit Martin Sieveking als Erzähler und Martin von Hopffgarten am Cello. Das Konzert von 2011 war eines der letzten im Drostenhof. 2012 trat Kröger schon am neuen Konzertort des Vereins auf, mit Daniel Sorour als „Modern Cello-Piano-Duo“ bei einer „Hommage an Italien“; 2015 erneut, damals schon mit einem spanischen Tanz zum Auftakt und auch mit Schubert.

Sängerin Heide Bertraum folgt auf Modern Cello-Piano-Duo

Beim nächsten Konzert erhebt Heide Bertram ihre Stimme für Arien und Lieder aus Oper, Operette und Musical unter dem Motto: „Dein ist mein ganzes Herz“. Sie wird begleitet von der Pianistin Eva Chahrouri.

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