Tageseltern in der U-3-Betreuung in Münster

Münster (SMS) Spitzenreiter in NRW bei der Betreuung von unter Dreijährigen ist Münster. Hier beträgt die Versorgungsquote derzeit mehr als 31 Prozent. Dass dieser Wert erreicht wird, das schultern nicht zuletzt engagierte Tagesmütter und -väter. „Die Kindertagespflege ist eine tragende Säule in der Betreuung und Bildung des Nachwuchses“, eröffnete Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Bildung, Familien und Jugend, den jüngsten Fachtag für Tageseltern in Münster. Und hielt aktuelle Zahlen bereit: 420 Tagesmütter sorgen zurzeit für 1200 Betreuungsplätze. Davon entfallen 950 Plätze auf Kinder unter drei Jahren – das ist ein gutes Drittel der gesamten Betreuungsquote. Über 200 Tageseltern waren der Einladung des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien ins Annette-Gymnasium zum diesjährigen Austausch gefolgt. „Mit Freude und Kompetenz in der Kindertagespflege“ waren die Vorträge und Workshops überschrieben.

Schon früh hat die Stadt auf die systematische Förderung und Qualifizierung von Personen in Tagespflegestellen gesetzt. Sie werden, seit vielen Jahren schon, zusätzlich von einer Beratungsstelle im Jugendamt unterstützt. Deren Leiter, Oliver Heintze, bedankte sich bei den zahlreichen Tagungsteilnehmern für deren Einsatz: „Freude und Motivation im täglichen Umgang sind für die Kinder ein Schatz“. Birgt eine frühe Tagesbetreuung Chancen oder doch eher Risiken? Dieser Frage ging Gastredner Prof. Dr. Jörg Maywald nach. Der Geschäftsführer der renommierten „Deutschen Liga für das Kind“ zitierte neueste Forschungsergebnisse aus den USA, nach denen die elterliche Bindungsqualität auch durch extensive Fremdbetreuung keineswegs beeinträchtigt werde. Laut Maywald werden dem Kind in einer frühen Tagesbetreuung durch das Aufzeigen von Handlungsalternativen eher zusätzliche Entwicklungschancen geboten. „Man kann dasselbe auf unterschiedliche Art und Weise tun“, so der Gast aus Berlin.

Praxisnahe Workshops zu Themen wie Elterngespräche, gesundes Essen oder geschlechterspezifische pädagogische Arbeit sorgten überdies für neue Impulse und Anregungen. Referenten waren Fachkräfte aus Beratungsstellen und dem Netzwerk für Qualifizierung in der Kindertagespflege. Ergänzt wurde der Tag durch einen Vortrag der Berufsfeuerwehr Münster zum vorbeugenden Brandschutz.

Info: Beratungsstelle für Kindertagespflege im Amt für Kinder, Jugendliche und Familien, Telefon 4 92 56 80, montags bis freitags 9 bis 12 Uhr, donnerstags zusätzlich 15 bis 18 Uhr.

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