Studiosi verabschieden Professor Erwin-Josef Speckmann aus seinem Engagement für Studium im Alter

Münster. Der Professor spricht in der gut gefüllten Aasee-Aula über Tetanie, da bläst ihm ein Saxophon mitten in den Satz: Wenn der Sprecher Erwin-Josef Speckmann heißt und der andere Jan Klare, dann gibt es ein erfreutes Wiedersehen.

Das war am Dienstagvormittag nur der Auftakt zur Verabschiedung des 1939 in Münster geborenen  Neurophysiologen und Künstlers  aus seinem Engagement für Vorlesungen im Rahmen von Studium im Alter. Gerade hatte Speckmann erzählt, wie ihm als Jung-Arzt („ärztliche Praxis: Null“) beim Sonntagsdienst ein  junger Mann im Frack Sorgen machte: „Was in solchen Fällen immer hilft, ist eine erfahrene Krankenschwester“. So kam der Patient doch zu seiner Hochzeit.

„Kennst du schon den Speckmann …?“

Dr. Marianne Ravenstein. Prorektorin für Lehre und studentische Angelegenheiten, dankte Speckmann für 50 Jahre Lehrtätigkeit. Sie erinnerte daran, wie bald der erste Vorlesungs-Saal mit seinen 150 Plätzen zu klein wurde. „Kennst du Speckmann – da musst du hin!“, habe es oft geheißen. Der Audi-Max musste her, schließlich die große Aasee-Aula. Warum, das machten stellvertretend drei Hörer gegenüber den WN deutlich, Anne und Heinz Herbers aus Meppen sowie Gerda Wübben: Auch Herrn Speckmanns wegen, so Anne Herbers, deren Schwärmen ihren Mann nachzog. Fundiert, faszinierend, dabei verständlich, das habe sie alle angezogen. Seit etwa sechs Semestern, jede Woche. Aus dem Emsland nach Münster.
Speckmann dankte der Universität und Dr. Mechtild Kaiser für das Programm Studium im Alter.

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  Ein Organisationskomitee seiner Studierenden, Werner Hartmann, Dr. Wolf Winter, Heidi Kunkemöller, Nanni Lenze und Raimund Schnell, fast alle 16 Semester seine Studierenden, überreichte ihm zwei Kisten Rotwein aus seinem von ihnen ausbaldowerten Lieblings-Weinland, dazu ein Album mit über Hundert Unterschriften und auch Fotos. Werner Hartmann ließ ihn Treffendes aus der Bibel lesen und brachte ihm ein wenig Plattdeutsch bei – zum Anstoßen mit Rotwein.

Dazu eine Spende von 1111 Euro. Die versprach Speckmann sofort dem Förderverein Epilepsieforschung an der Universität Münster.
„Ergriffen“ zu sein, das sage er so gut wie nie, jetzt schon.
Dann bestieg der besondere Professor mitsamt Wein und Komitee inmitten eines Pulks emsig fotografierender Studiosi eine Elektro-Kutsche. Vorlesungen will er nicht mehr halten, aber zu einzelnen Vorträgen ist er bereit.

Foto-Strecke zum Abschied Erwin-Josef Speckmann, Münster, Aasee-Aula

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