Stadt Münster bietet Jobs für Langzeitarbeitslose

Teilen heißt kümmern!

Münster. Wer arbeitslos ist, verwendet viel Energie darauf den Tag zu strukturieren. Wer schon lange arbeitslos ist, benötigt häufig Unterstützung bei der Einteilung seiner Zeit und der Wiedereingewöhnung in Arbeitsrhythmen. Die Stadt Münster bietet mit über 180 so genannten Ein-Euro-Jobs, die offiziell den Titel "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung" tragen, in Münster die meisten dieser Möglichkeiten, sich dem Arbeitsmarkt wieder anzunähern. Und das mit guten Ergebnissen, wie ein Zwischenbericht für den Rat jetzt dokumentiert.

Diese Arbeitsgelegenheiten bieten einerseits die Möglichkeit, berufsrelevante Kenntnisse und Erfahrungen zu sammeln, andererseits kann auch ein wenig zum Arbeitslosengeld II hinzu verdient werden. Organisatorisch sind die städtischen Arbeitsgelegenheiten an die Arbeitsmarktinitiative "AIM jugend+" beim Amt für Kinder, Jugendliche und Familien angebunden. Dort wird auch eine Anleitung der Zusatzjobber gewährleistet und eine sozialpädagogische Betreuung übernommen.

Rund zwei Drittel der Teilnehmer bleiben die üblichen sechs Monate bei ihrem Zusatzjob; viele nutzen auch die Höchstdauer von zwölf Monaten. Bei der Stadt Münster macht das rund die Hälfte aller Zusatzjobber aus.

Beim "Natur- und Umweltschutzprojekt" geht es um zusätzliche Hilfe bei Naturschutz- und Umweltschutzmaßnahmen, wie etwa bei der Renaturierung oder auch bei der Bekämpfung der – allen Naturfreunden als hartnäckig bekannten – Herkulesstaude. Außerdem gibt es ein mobiles Einsatzteam beim Amt für Grünflächen und Umweltschutz oder das "Team Saubere Stadt".

Neben den praktischen, zupackenden Tätigkeiten besteht auch die Möglichkeit, Theorie und Praxis zu verbinden und eine weitere Qualifizierung zu erreichen; wie etwa die zur Hauswirtschafterin. Die Teilnehmerinnen erhalten neben der praktischen Arbeit auch Unterricht bei der VHS und können nach einem Jahr die Prüfung ablegen.

Ein – ausgesprochen münsterspezifisches – Arbeitsfeld bietet der Fahrradkontrolldienst. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen in der Fahrradstadt die Parkplatzsituation für die Leezen übersichtlich zu erhalten. Was 2005 mit vier Zusatzjobs begann, wird inzwischen mit zehn Jobbern erledigt. Die Teilnehmer erreichen durchweg gute Qualifizierungserfolge, etwa bei zusätzlichen Kursen im Sicherheitsgewerbe, und kommen regelmäßig dem ersten Arbeitsmarkt ein gutes Stück näher.