St. Antonius Kapelle Wolbeck e.V. informierte Mitglieder / Breite Hilfsbereitschaft

Zuletzt aktualisiert 23. Dezember 2015 (zuerst 3. März 2008).

stantonius-kapelle-1663-briefe-auszug-a9_1-150 Münster-Wolbeck. Viel Arbeit und schwere Entscheidungen stehen dem Kapellenverein ins Haus, der am Sonntagabend im Pfarrheim St. Nikolaus eine Mitgliederversammlung abhielt. Die wie vorgeschlagen verabschiedeten Mitgliedsbeiträge sind moderat, um auch den schon in diverse Vereine eingetretenen Wolbeckern eine Mitgliedschaft zu ermöglichen: 15 Euro jährlich für Einzelpersonen, 30 für institutionelle Mitglieder.

Die Bescheinigung über die Gemeinnützigkeit werde binnen 14 Tagen eintreffen, so Kassierer Daniel Baumeister. Auch an die steuerliche Absetzbarkeit der Jahresbeiträge, nicht nur der Spenden, werde gedacht. Beitrittsformulare liegen in den Wolbecker Bankinstituten und im Schriftenstand von St. Nikolaus aus (hier als PDF zum Ausdrucken: iconMitgliedschaftsantrag+St.+Anonius+Kapelle+Wolbeck+e.V. (1.08 MB)).

Planungsentwurf in Arbeit

Bei einem Architekten ist ein Planungsentwurf in Arbeit. Kosten fielen dafür nicht an, so Alfons Gernholt, Schriftführer des Kapellenvereins. Der Architekt aus Münster sei übrigens Sohn eines evangelischen Pfarrers.
Die Hilfsbereitschaft unter den Handwerkern ist groß, das war bekannt. Das gilt nicht nur die Stamm-Wolbecker. Runtenberg konnte auch auf Handwerker verweisen, die erst fünf Jahre in Wolbeck sind und helfen wollen: „Ich komme“.
Eine laut Gernholt im guten Einvernehmen mit der Stadt Münster ausgeräumte Komplikation: Direkt vor dem geplanten Standort der Kapelle war ein Bushaltestellen-Wartehäuschen vorgesehen.
Viel und auch Wesentliches ist noch offen bei den Neubau-Plänen. Man wolle sich aber an den Maßen 7,5 mal 5,5 Meter orientieren, so der Vorsitzende, Wilhelm Runtenberg.

Baustil der Kapelle offen

In welchem Stil aber, modern oder eher an einem Original orientiert, soll der Neubau geschehen? Hier stehe man vor einem längeren Findungsprozess. Man strebe eine einstimmige Entscheidung an. Bernhard Bussmann befürwortete, die Kapelle  „an moderne Zeiten anzupassen“. Die Meinungen seien vielfältig, berichtete Wilhelm Runtenberg. Angesichts der in seinem Geschäft aushängenden Bilder seien „von zehn Wolbeckern zehn Meinungen“ zu hören. Wenn entsprechende Entwürfe vorliegen, sollen sie den Mitgliedern zur Meinungsfindung gezeigt werden. Nicht ganz ernst gemeint war der „Antrag“ von Bernhard Roer, die Planung möge „nicht so lange dauern wie bei der Umgehungsstraße“. Bauantrag und Finanzplan sollen noch 2008 fertig werden, hieß es dazu. Eine Antonius-Figur soll in die Kapelle – aber welche? Das ist noch offen. Nicht abschließend geklärt ist auch, um welchen Antonius es sich handelt – den von Padua oder den von Antiochien?

Gegen „krieg, feuer, theuerzeiten“

Recht lebendig ist die Anrufung des Hlg. Antonius noch immer, wie eine zur Freude des Publikums von Bernhard Bussmann verlesene Anekdote bewies. Ernst genommen hat man dies auch im 17. Jahrhundert: In einem Brief von 1663 (siehe Bild und Übersetzungsauszug) wird für den Wiederaufbau und die Andachten dort plädiert: Der Wigbold Wolbeck könne sonst „mit krieg, feuer, theuerzeiten und abschewlichen krankheiten, fur andern iahmerlig heimbgesucht und gestrafet weren“.

Kommentar aus dem Publikum: „Deswegen ist es auch ganz wichtig, dass wir die Kapelle auch heute noch bauen.“

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