SPD-Vertreter und Bürger informieren sich über Ortsumgehungs-Pläne

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Ortsumgehung Wolbeck: die TrasseMünster-Wolbeck. Seit dem Montag liegen die Pläne aus, nun kommt jeden Vormittag ein gutes Dutzend Bürger in die Bezirksverwaltungsstelle Südost, um sich die Karte, den Beschluss des Regierungspräsidenten und die umfangreichen Unterlagen anzuschauen.

Am Freitagvormittag konnten sie auch mit den SPD-Vertretern sprechen, die sich hier gemeinsam informieren wollten: Gaby Hesse-Ortmann aus der SPD-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-Südost, Rolf Lassmann, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Angelmodde und Mitglied der Bezirksvertretung, Ratsherr Kurt Pölling, der ehemalige Bezirksvorsteher Uwe Gebhard, der Wolbecker Ortsvereinsvorsitzende Josef Geller.

Von der Münsterstraße kommend soll die Ortsumgehung eines Tages nördlich der Wolbecker Windmühle im großen Bogen westlich um den Ortsteil verlaufen, um südwestlich des Wolbecker Tiergartens den Anschluss an die L 520 Richtung Sendenhorst zu finden.

Kontroverses von Bürgern: Überflüssige Naturzerstörung?

Die zufällig anwesenden Bürger kamen aus den verschiedensten Ecken Wolbecks: vom Brandhoveweg, aus der Anton-Aulke-Straße, aus Richtung Angelmodde-West und aus dem Dorfkern. Nicht alle sind dafür: „Eine ungeheure Naturzerstörung“ sei das, meint einer. „Überflüssig wie ein Kropf“ kommentiert ein anderer, und wieder einer, es würde sich nicht lohnen. Von 14.000 Autos pro Tag gehe es auf 4000 herunter, das mache letztlich keinen großen Unterschied.

SPD bejaht Ortsumgehung, sieht starke Verkehrs-Reduzierung für den Ortskern

Die SPD sieht es anders. Die Entscheidung sei „sehr schwer gefallen“, aber man habe abgewogen, meint Gebhard. Pölling und Gebhard streichen die drei Schneisen heraus, über die es aus den südlichen Teilen schnell auf die Ortsumgehung gehen wird: Hiltruper Straße, Berler Kamp, Eschstraße. Letztere sei schon seit 30 Jahren dafür eingeplant, erinnert Gebhard. Ob die vielen Autofahrer aus Richtung Hiltrup oder die aus Wolbecks Süden, die zum Einkaufen in den Norden wollten: Sie hätten dann eine gute Alternative, meint auch Geller. Auf unter 3000 Autos pro Tag im Ortskern komme eine Schätzung, so Pölling. Das gebe dem Kern eine neue Qualität. Nicht nur, aber besonders für Ältere und Rollstuhlfahrer, betont Lassmann, der von „teilweise unerträglichen“ Zuständen spricht. Eine Verkehrsberuhigung im Kern werde das Verkehrsaufkommen weiter senken.

Gestaltung des Ortskerns unter neuen Rahmenbedingungen

Es gehe jetzt um den „zweiten Akt“, die Gestaltung des Ortskerns unter neuen Rahmenbedingungen, betont Pölling. Hier müsse man 2009 in die Planung der Stadt Münster kommen.

Die Ortsumgehung ist auf dem Weg und unumkehrbar, freut sich Pölling. Baubeginn noch 2008? „Wäre schön, wird aber nicht sein“, kommentiert Gebhard die Hoffnung des Bezirksvorstehers Markus Lewe.

Noch bis zum 10. März sind die Unterlagen in der Bezirksverwaltungsstelle an der Straße Am Steintor von 8 bis 12 Uhr einzusehen.

Die Papiere können auch im Kundenzentrum für Planen, Bauen und Umwelt im Stadthaus III, Albersloher Weg 33, eingesehen werden. Hier gibt es einen behindertengerechten Zugang und erweiterte Öffnungszeiten. Eine dritte Möglichkeit bietet das Rathaus in Sendenhorst. Dort können an der Kirchstraße 1 die Planfeststellungsunterlagen montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr sowie mittwochs zusätzlich von 14.30 bis 16 Uhr und donnerstags zusätzlich von 14.30 bis 18 Uhr eingesehen werden. Auch hier ist der Zugang behindertengerecht gestaltet.