Sozialforscher bündeln Kompetenzen: Wissenschaftler der Universität Münster gründen neue Forschu

Münster/Soziologie. Soziologen der Universität Münster haben ein neues Forschungsnetzwerk gegründet, um ihre Kompetenzen effektiv zu bündeln: die BEMA (Befragungen, Evaluationen, Methodenberatung und Analysen). "Auch wenn unsere neue Forschungsgruppe gerade erst gegründet wurde, kennen viele Münsteraner unsere Arbeit bereits seit Jahren und haben vielleicht sogar schon einmal mit uns telefoniert", sagt Projektleiter Prof. Dr. Hanns Wienold vom Institut für Soziologie der Universität Münster.

Er verweist damit auf das "Münster-Barometer", eine lokale Langzeitstudie der münsterschen Soziologen zur politischen Stimmung. "Dass wir als 'Münster-Barometer' auch Projektevaluationen, Methodenkurse oder komplexe statistische Analysen anbieten, war bisher nicht deutlich zu erkennen und hat immer wieder zu Missverständnissen geführt", begründet Projektkoordinator Marko Heyse die Entscheidung zur aktuellen Neupositionierung.

Die Arbeit der BEMA knüpft an die jahrelange erfolgreiche Arbeit des "Barometer"-Teams an. "Die Zugehörigkeit zum Institut für Soziologie ermöglicht uns eine optimale Bündelung von wissenschaftlichen Kompetenzen und Know-how. Die Infrastruktur, zum Beispiel das eigene Telefonlabor, aber auch die Ausbildung von studentischen Interviewern, bieten hervorragende Voraussetzungen", fasst Hanns Wienold zusammen.

Das "Münster-Barometer" ist 1993 entstanden. "Es war eigentlich eine Art 'Nebenprodukt' eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts", blickt Gründungsmitglied Nina Wild zurück. In Münster wurde eine repräsentative Telefonbefragung zum Thema "Nationale Identität" durchgeführt, aus der sich das "Münster-Barometer" als eigenständige Befragung entwickelte und etablierte. In einem eigenen Telefonlabor wird dazu kontinuierlich die Meinung der Münsteraner zu aktuellen kommunalen und allgemeinen Themen abgefragt. "Die regelmäßig in den 'Westfälischen Nachrichten' veröffentlichten Wahlprognosen für Münster sind seit Langem ein wichtiger Gradmesser für die politische Stimmung in der Stadt", so Hanns Wienold.

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In den vergangenen Jahren wurden von den Forschern zahlreiche weitere Studien für verschiedene Bundesministerien, Schulen, Institute und Forschungseinrichtungen der Universität Münster und anderer Hochschulen durchgeführt. Schwerpunkte waren dabei neben der Wahl- und Demokratieforschung Themen wie bürgerschaftliches Engagement, Gewerkschaften, Architektur oder zuletzt eine Studie zu religiösen Einstellungen in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster "Religion und Politik". Als weiteres Feld haben sich im Laufe der Zeit Projektevaluationen, unter anderem für die Stadt Münster, etabliert.

Zur Bündelung dieser Aktivitäten wurde nun die Forschungsgruppe BEMA gegründet, deren Name die Anfangsbuchstaben ihrer vier Arbeitsschwerpunkte aufgreift: Die beteiligten Wissenschaftler führen Befragungen, Evaluationen, Methodenberatung und Analysen durch. Die BEMA versteht sich als ein Netzwerk von Sozialforschern, die je nach Auftrag gezielt zusammenarbeiten. So sollen Synergieeffekte genutzt werden, um erfolgreich und flexibel den Bedürfnissen der Auftraggeber entsprechen zu können. Die Forschungsgruppe, die von einem Wissenschaftlichen Beirat unterstützt wird, fungiert dabei als Kontaktstelle und koordiniert die jeweiligen Projekte.

Links:

    * Weitere Informationen zur Forschungsgruppe BEMA
      http://bema.uni-muenster.de/

 

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