Sicher anlegen mit klaren Prinzipien

Teilen heißt kümmern!

Zuletzt aktualisiert 5. November 2015 (zuerst 3. Januar 2009).

Die Finanzkrise wird auch im kommenden Jahr andauern, das ist sicher. Wer das Risiko nicht scheut und sein Geld dennoch in Aktien anlegen möchte, sollte sich an Prinzipien halten. Die wichtigste Regel: Kaufen Sie nur, was Sie verstehen.

Börsenweisheiten – Grundsätzliches zum Sparen

Börsenweisheiten gibt es wie Sand am Meer. Fundamentale Regeln, die für große Investoren wie für kleine Anleger gelten, gibt es weit weniger. Aber sie bringen häufig grundsätzliche Zusammenhänge beim Sparen auf den Punkt. Wer sich an solche Zusammenhänge hält, kann viele Fehler vermeiden – er hätte etwa als kleiner Privatanleger keine Lehman-Zertifikate gekauft. Das hilft in der derzeitigen Finanzkrise und es bringt Sparer gut gerüstet ins neue Jahr.

Regeln bei der Geldanlage

Gerade für all jene, die sich wenig mit der Geldanlage auseinandersetzen, seien solche Regeln wichtig, sagt  Professor Martin Weber, der an der Universität Mannheim den Lehrstuhl für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre leitet. Und Yan Steinschen, Finanzsachverständiger in Bielefeld und Vorstand im Finanzplaner Deutschland-Bundesverband mit Sitz in Mainz, sagt: „Viele Zusammenhänge sind gar nicht so wahnsinnig kompliziert – aber oft steckt der Teufel eben im Detail.“ Deshalb sollten Anleger nicht jede Regel für sich wörtlich nehmen – sie spielen auch zusammen. Aber wer grobe Prinzipien beachtet, kommt schon einmal weit.

„Zurück zu transparenten Produkten“

Nur das kaufen, was ich verstehe: „Eine Lehre gerade aus dieser Krise ist: zurück zu transparenten Produkten“, sagt Marco Cabras von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf. „Denn die Leute sind vor allem mit solchen Produkten auf die Nase gefallen, die sie nicht kannten.“ Cabras sagt für 2009 aus diesem Grund voraus, dass Vertrautes bei den Sparern eine Renaissance erlebt: „Deutsche Aktien sind den Anlegern vertraut, und sie können besser einordnen, ob das neue Automodell floppen wird oder ob mehr oder weniger abgesetzt werden.“ Über Investments eines globalen Konzerns in Asien dagegen wüssten Sparer gemeinhin wenig.

Einfaches, Greifbares schafft Klarheit bei der Geldanlage

„Keep it simple“, so könnte man diesen Zusammenhang laut Weber auch in Worte fassen: „Greifen Sie zu einfachen Dingen, die Sie verstehen“, rät auch er. „Bei der BASF-Aktie etwa wissen Sie, dass ihnen nun etwa ein Teil des Schornsteins gehört.“

Bei vielen anderen Produkten, komplex strukturierten Zertifikaten etwa, bleibe vielen Anlegern dagegen unklar, was dahinter steckt.

Sicher anlegen mit klaren Prinzipien: Anleger muss sich entscheiden

Das magische Dreieck: Hinter diesem Stichwort verbirgt sich vor allem der unbequeme Zusammenhang, dass Anleger sich entscheiden müssen. Die drei Eckpunkte Rendite, Liquidität und Sicherheit lassen sich nicht alle drei gleichzeitig gleich stark beachten. „Diese drei Merkmale konkurrieren miteinander und beeinflussen sich gegenseitig“, erläutert der Bundesverband deutscher Banken in Berlin.

Anleger müssen daher bestimmen, welche Anlagestrategie zu ihnen passt. Und eine Anlageform, die gleichzeitig eine hohe Rendite, kein Risiko und 100 Prozent Liquidität bietet, gibt es nicht, schreibt der Verband in seiner neuen Broschüre „Geldanlage in Wertpapieren“. Hohe Zuwächse bei gleichzeitig schneller Verfügbarkeit gibt es ebenso wenig – Anleger müssten Präferenzen im „Magischen Dreieck“ setzen. Dabei gilt: „Keine Rendite ohne Risiko“, so formuliert es Martin Weber. „Es ist trivial, aber es ist so: 8 oder 10 Prozent dauerhaft sicher – das geht nicht.“ Anleger müssten daher entscheiden, welches Risiko sie ertragen. Und sie müssen wissen, dass sie nur mit mehr Risiko mehr Rendite erzielen können.

Diversifizieren in verschiedene Anlageklassen

Diversifizieren: Sparer sollten ihr Geld in verschiedene Anlageklassen stecken, und nicht alles in eine. So lässt sich das Gesamtrisiko mindern. „Das ist eine uralte Regel: Nicht alle Eier in einen Korb legen“, sagt Weber. Denn wenn es an einer Stelle mit den Kursen bergab geht, bleiben sie anderswo möglicherweise stabil.

Langfristig denken: Wertzuwachs zählt

Langfristig denken: Im Blickpunkt sollte der Wertzuwachs stehen – und nicht etwa die Möglichkeit, Steuern zu vermeiden. „Fragen Sie zunächst: Kann das in den nächsten zehn Jahren erfolgreich sein? Und dann blicken Sie erst auf die Steuer“, rät Cabras. Der Anlagehorizont sei ohnehin ein ganz wichtiges Auswahlkriterium: „Mit einem Horizont von nur 2, 3, 4 oder 5 Jahren können Sie am Kapitalmarkt nicht mit guten Gewinnen herauskommen, wenn Sie das Risiko dagegen setzen.“ Anleger sollten sich ein Minimum von fünf Jahren setzen.

Literatur: Martin Weber, „Genial einfach investieren: Mehr müssen Sie nicht wissen – das aber unbedingt!“ Campus, ISBN 978-3-593-38247-0, 24,90 Euro.