Seligsprechung für Dimitri Gallitzin rückt näher

Münster-Angelmodde. Seine berühmte Mutter traute ihm wenig zu, nun gilt er als Apostel der Alleghenys und in Rom wird über seine Seligsprechung beraten: Demetrius Gallitzin.

Das Ehepaar Elisabeth und Wolf Lammers freut sich über dreifache Post aus den USA: Die Diözese von Altoona-Johnstown in der Kirchenprovinz Philadelphia hat in der abschließenden Sitzung beschlossen, die Seligsprechung des Sohnes der Fürstin Gallitzin zu befürworten und einen feierlichen Gottesdienst begangen. Von amerikanischer Seite ist damit die Untersuchung zur Kanonisierung „of the Servant of God Demetrius Augstuine Gallitzin“ beendet – ein römischer Gesandter nahm die Akten mit nach Rom.

Die Lammers' erhielten mit der Post auch ein Faltblatt mit einem Portrait Dimitris, gefertigt kurz vor seinem Tod im Jahre 1840 und als drittes Schriftstück einen persönlichen Gruß, geschrieben von Frank und Betty Seymour aus Loretto. Die beiden Amerikaner kümmerten sich um einen Teil der Recherche und Dokumentation für das 2007 offiziell eingeleitete Verfahren. Daher hatten sich an Lammers' gewandt, mit der Bitte um Hilfe: Zur Untersuchung gehörte auch die Lektüre des frühen Briefwechsels von Dimitri – und die Schrift Sütterlin konnte dort keiner lesen. Die Lammers' halfen.

Wolf Lammers war schon Anfang der neunziger Jahre auf den Briefwechsel Dimitris mit den Söhnen der Grafen Droste-Vischerin gestoßen und hatte alle abgeschrieben, obwohl Dimitri wenig mit Angelmodde zu tun hatte. Darauf konnte er nun zurückgreifen.

Nun schrieben Frank und Betty: „Dies wäre ohne ihre Hilfe und ihre vielen Stunden der Arbeit nicht möglich gewesen. Sie haben sehr zum Erreichen dieses Ziels beigetragen – Möge Gott unser Anliegen hören!“

Unterdessen geht das Publikations-Projekt des Ehepaars in die letzten Phasen: „Demetrius Gallitzin 1770 bis 1840 – eine Lebensgeschichte“. Letzte Korrekturen gehen derzeit an Kajo Plassmann, der diese im Computer erfasst. Wolf Lammers erkundet und beschreibt die Jahre bis 1792. Großen Respekt zollt er seiner Frau Elisabeth für die „wahnsinnige Arbeit mit den englischen Literatur“. Die Diplom-Volkswirtin hat sich für die Jahre nach 1791 mit dicken Werken in Englisch herumgeschlagen – zum ersten Mal seit ihrem Abitur … 1948?, sagt sie. „Wenn ich einmal rangehe, dann mache ich nicht Schluss.“ Im Dezember 2009 war im „Altoona Mirror“ zu lesen: „German helping with Gallitzin sainthood quest visits Loretto“. Vier Wochen verbrachte Elisabeth Lammers dort, begleitet von ihrem Sohn Peter.

Die Überschriften des Manuskripts weisen auf Spannendes hin: Da glaubt die Fürstin die Liebe ihrer Kinder verloren zu haben, Bernhard Overberg will Einfluss gewinnen, Dimitri wird als hoffnungsloser Fall behandelt, schneller als erwartet segelt er ab nach Amerika. Dort wird er der „Apostel der Alleghenys“, führt ein zum Teil gefährliches Leben in Loretto.

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