Seit 700 Jahren Handel und Wandel: Leben und arbeiten in Münsters Giebelhäusern

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Münster/Geschichte. Heute sind sie begehrte Immobilien in bester Lage, die schicke Läden und elegante Wohnungen beherbergen. Die Giebelhäuser in Münsters Altstadt bilden schon seit Jahrhunderten den Kern der Handelsmetropole und Hansestadt. Was genau dort in der Vergangenheit geschah, wer dort lebte und wie arbeitete, diese Fragen beantworten die so genannten Häuserbücher.

Für Münsters Innenstadt erscheint nun ein genaues Verzeichnis der Häuser am Drubbel, Roggenmarkt und Alter Fischmarkt als Band 20/3 der vom Stadtarchiv herausgegebenen Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster unter dem Titel "Häuserbuch der Stadt Münster".

Zahlreiche Details und viele Abbildungen

"Viele Städte verfügen über ein Häuserbuch. Aber nur wenige Städte können auf ein so umfassendes Häuserbuch wie Münster – das nicht nur so weit wie möglich in die Vergangenheit zurückgreift, sondern auch bis an die Gegenwart heranreicht – verweisen", unterstreicht Münsters Beigeordnete für Kultur,  Andrea Hanke, die besondere Qualität des mehrbändigen Häuserbuches für Münster.
Wie schon die Bände über den Prinzipalmarkt und die Salzstraße bietet auch der neue reich bebilderte Teilband umfangreiche Verzeichnisse der Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser am Drubbel, Roggenmarkt und Alten Fischmarkt und ihrer Berufe aus den vergangenen 700 Jahren.

Drubbel und Hölzernes Wams

Die Hinweise zur Baugeschichte lassen auch die Linien der Stadtentwicklung erkennbar werden. So geht es natürlich auch um die Häusergruppe Drubbel 7 – 16, die vor gut 100 Jahren der Moderne weichen mussten: Die Straßenbahn drehte ihre Runden um die Lambertikirche, in deren direkter Nachbarschaft die Häuser mitten auf dem Roggenmarkt standen.
Noch dichter an die Lambertikirche herangerückt waren die kleinen Holzhäuser, die sich – bis auf einen kleinen Zwischengang – an die Kirche anschmiegten und entsprechend, nach anderen Namensgebungen im Mittelalter und der frühen Neuzeit, "Hölzernes Wams" genannt wurden. Diese Häuschen wurden aber schon um 1775 abgebrochen.
"Akribisch und mit langem Atem haben die Autoren das langwierige und mühsame Geschäft der Häuserbucherstellung betrieben", lobt  Hannes Lambacher, Leiter des Stadtarchivs, die Ausdauer der Autoren.
Neben den umfangreichen Verzeichnissen erhält jede Adresse im Buch auch eine Abbildung. Fotos aus der Zeit um 1900, die interessante und manchmal auch romantische Blicke auf die Häuser und Straßenzüge gewähren, werden erstmals in dieser Fülle veröffentlicht.
Ralf Klötzer u.a.: Drubbel – Roggenmarkt – Alter Fischmarkt. Häuserbuch der Stadt Münster. Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster NF Band 20/3, herausgegeben von Hannes Lambacher und Karl-Heinz Kirchhoff. Münster 2008. 49 Euro.

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