Segne uns in Albersloh

Teilen heißt kümmern!

Zuletzt aktualisiert 2. Mai 2016 (zuerst 18. Dezember 2008).

Krippe in St. Ludgerus, AlberslohSendenhorst-Albersloh. „Jöppken hat ’nen Knüpp in der Leitung“ stellt Alfons Book fest, legt die Josefs-Holzfigur übers Knie und zückt sein Taschenmesser. Kurz darauf leuchtet Josefs Lampe wieder.

Einer von hunderten Handgriffen, die der Küster von St. Ludgerus jedes Jahr beim Aufbau der Krippe in Albersloh macht. Es ist nicht egal, wie die Wand im Stall steht, denn man soll ja auch Ochs und Esel sehen können. Viel Platz gibt es aber nicht unter dem Strohdach, das ebenfalls noch sicher angebracht werden will. Dennoch bleibt allerhand Spielraum auf den vielen Quadratmetern. „Was mach ich denn in den Stall für Licht?“

Der ganze Aufbau dauere etwa zwei Wochen, so Book. Mit immer wieder neuen Helfern. An diesem Donnerstag hängt Michael Wickensack unter anderem die Lichterketten auf. Mit Alfons Book mache der Aufbau immer Spaß, meint er und greift wieder zu der langen Stange mit dem Greifer für die Lichterkette.

Die Hilfe kann Book in diesem Jahr besonders gebrauchen. Seit 1969 macht er das schon, aber nun hat die Krippe wieder den Standort gewechselt und es gilt, neue Lösungen zu finden. Insgesamt vier verschiedene Standorte hat sie gehabt. Nun ist es wieder der rechts vorn. Damit man die Krippe dennoch findet, wollen Book und Wickensack den Stern gut sichtbar aufhängen. Aber so groß sei die Kirche ja auch wieder nicht, meint Wickensack. Der Grund für den Umzug: In der Familien-Weihnachtsmesse am 24.12. um 16.30 Uhr wird es wieder so voll, da braucht man den Platz.

Die Krippe geht auf das Jahr 1936 zurück, da waren die Figuren ein Geschenk für Pfarrer Wilhelm Eichmann. Die Figur eines Paares trägt die Züge seiner Eltern. Die Gebäude sind Johannes Pälmke zu verdanken, die Hütte, das Häuschen mit dem Brunnen, auch der in diesem Jahr nicht zu sehende prächtige Bauernhof.

Das viele Grün stammt meist aus Spenden, freut sich Book. Die viele Arbeit lohne sich. Der letzte Bischof von Münster, Reinhard Lettmann, kannte noch den Spruch an dieser Krippe auf Anhieb auswendig: „Kindelein auf Holz und Stroh, segne uns in Albersloh.“

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