Schulnahes Bildungsangebot in der ZUE Ibbenbüren gestartet

„Fast wie in einer richtigen Schule“

Ibbenbüren/Münster. Es war für alle aufregend und die Begeisterung war groß, als es endlich losging. Am Montag vergangener Woche (19. April) startete in der Zentralen Unterbringungseinrichtung Ibbenbüren (ZUE) das vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) ins Leben gerufene schulnahe Bildungsangebot. Das Programm soll seit August 2020 sukzessive in den Landeseinrichtungen für geflüchtete Menschen in NRW angeboten werden. Nun war also die ZUE Ibbenbüren an der Reihe. Für die insgesamt 28 Kinder und Jugendlichen, die sich für das Angebot angemeldet haben, war es ein durchaus besonderer Tag. Neben den schon vom Betreuungsverband gemachten Unterrichtsangeboten gibt es nun so etwas wie einen echten Unterricht mit einer echten Lehrkraft für die sechs- bis 17jährigen in der Einrichtung. Die Freude war groß – nicht nur wegen der Schultüten, die die Betreuer des DRK Westfalen-Lippe für jedes Kind vorbereitet hatten.Auch die Unterrichtsräume in der ZUE Ibbenbüren sind eingerichtet wie richtige Klassenzimmer

Auch die Unterrichtsräume in der ZUE Ibbenbüren sind eingerichtet wie richtige Klassenzimmer. © Bezirksregierung Münster

„Sowohl die Kinder und deren Eltern als auch die Mitarbeiter in der ZUE hier zeigen große Begeisterung für das Projekt. Die Eltern der Kinder verfolgen das vergangene Woche angelaufene Angebot mit viel Interesse und die Kinder haben ihre helle Freude am Lernen“, erzählt die Einrichtungsleiterin der Bezirksregierung Münster, Gabriele Schöpker, von dem Start des schulnahen Bildungsangebotes. Mit der Einführung des Angebots werde ein neues und wichtiges Element in der Betreuung der Kinder und Jugendlichen in der ZUE etabliert. Es ergänze die bisherigen schulischen Unterrichtsangebote in der Einrichtung. „Auch die bisher an die Kinder und Jugendlichen gerichteten Programme auf den Gebieten Sport, Kunst und Musik bleiben weiterhin bestehen“, ergänzt die Einrichtungsleiterin.

Die 28 sechs bis 17 Jahre alten Kinder werden in drei verschiedenen Lerngruppen unterrichtet. Die Vorbereitungsphase sei intensiv gewesen und natürlich habe man währenddessen auch stets mit Sorge auf die aktuellen Inzidenzwerte geblickt. Mit strikten Vorgaben zum Infektionsschutz sei der Start nun aber mehr als geglückt. Am ersten Schultag gab es für alle Beteiligten erst einmal –wie sollte es auch anders sein- eine kleine Einschulungsfeier. Die Mitarbeiter des Betreuungsverbandes hatten für die Kinder Schultüten gebastelt und diese mit der Unterstützung von Mitarbeitern im Sicherheits- und Sozialdienst mit kleinen Leckereien und allerlei Praktischem für den Unterricht gefüllt. Sehr zur Freude der Kinder. „Das ist ja fast wie in einer richtigen Schule“, war nur eine von vielen begeisterten Reaktionen.

In Ibbenbüren werden die Kinder im Rahmen des neuen Angebotes von einer Lehrkraft unterrichtet, die in der Lernbegleitung von Kindern und Jugendlichen sehr erfahren ist. Die Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache ist dem zuständigen Lehrer, Jürgen Stratmann, seit vielen Jahren vertraut. Der Schwerpunkt des Unterrichts liegt in der Vermittlung der deutschen Sprache. Daneben werden jedoch auch Kenntnisse in Mathematik, Gesellschaftslehre und Naturwissenschaften vermittelt. Durch das Angebot soll den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen auch, unabhängig von ihrer Bleibeperspektive, der Einstieg in den späteren kommunalen Schulbetrieb erleichtert werden.

Im Rahmen des Angebotes arbeitet die Bezirksregierung Münster eng mit dem zuständigen Schulamt, einer Kooperationsschule in Ibbenbüren und natürlich der Lehrkraft vor Ort zusammen. Das Angebot läuft unbefristet.