Schülerwettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“: Jury freut sich über Qualität der Beiträge

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Zuletzt aktualisiert 6. November 2021 (zuerst 5. November 2021).

Münster/Gelsenkirchen. Wenige Tage vor der Preisverleihung am 11. November 2021 freut sich die Jury über die hohe Qualität der Beiträge der Schülerinnen und Schüler zum Wettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute“. Mehr als 150 Teilnehmende aus dem gesamten Regierungsbezirk Münster haben Arbeiten eingereicht. Der Jury des Wettbewerbs gehören neben Regierungspräsidentin Dorothee Feller als Initiatorin des Wettbewerbs sowie Judith Neuwald-Tasbach und Sharon Fehr, den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinden Gelsenkirchen und Münster, auch Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Abraham Lehrer und Frank Schnabel an.

Die frühere Bundesministerin der Justiz Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist seit 2018 die erste Antisemitismus-Beauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen: „Der Wettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ ist eine wunderbare Möglichkeit für junge Menschen, sich mit jüdischem Leben heute zu beschäftigen und gemeinsam mit den jüdischen Gemeinden tolle Projekte zu entwickeln. Der Wettbewerb in seiner Form hat Vorbildwirkung für Nordrhein-Westfalen“, so Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu ihrer Teilnahme in der Jury.

Abraham Lehrer ist Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. In seiner Heimatstadt Köln gehört er dem Vorstand der Synagogen-Gemeinde an. Zusätzlich ist er ebenfalls Vorstandsvorsitzender der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST), die die jüdischen Gemeinden und Landesverbände auf dem Gebiet der jüdischen Sozialarbeit vertritt. Abraham Lehrer zu seiner Mitwirkung in der Jury: „Junge Menschen sind die Zukunft unserer Demokratie und unseres Staates. Daher ist es mir ein Herzensanliegen solche Ehrenämter wahrzunehmen. Hier finden sich stets wundervolle Ideen. Ich war sehr gespannt, wie die jungen Menschen jüdisches Leben wahrnehmen und darstellen. Ich arbeite daher gerne in der Jury mit.“

Judith Neuwald-Tasbach, seit 2007 Vorsitzende Jüdische Gemeinde Gelsenkirchen, Gladbeck und Bottrop: „Mir liegen gerade die Jugendlichen sehr am Herzen, sie sind unsere Zukunft, und mit ihnen zusammen hoffen wir, dass durch mehr Wissen über die traurige Geschichte und über das heutige jüdische Leben hier in unserer Region, eventuell vorhandene Vorurteile abgebaut werden und ein gutes und neugieriges Miteinander gelebt wird. Es sind immer die persönlichen Begegnungen und Gespräche im Leben, die dabei helfen, den anderen zu verstehen. Jüdisches Leben ist so vielseitig, und dieser Wettbewerb regt die Jugendlichen dazu an, sich mit den vielen Facetten des heutigen jüdischen Lebens zu beschäftigen und die Begegnung zu suchen.

Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster: „Es ist für mich eine Ehre und Freude zugleich, die Ergebnisse dieser Entdeckungsreise der Schülerinnen und Schüler im Team der Jury betrachten, bewerten, bei der Preisverleihung direkt beteiligt und vor allem mit den Schülerinnen und Schüler dabei auch ins Gespräch kommen zu dürfen. Unsere Rabbiner pflegen zu sagen: Der schwierigste Weg zum Verständnis ist das Missverständnis. Da hinter verbirgt sich oftmals falsches Verstehen, falsche Auffassung oder das Nichtverstehen aufgrund fehlender Informationen. Der Schülerwettbewerb motiviert Schülerinnen und Schüler, sich mit der Vielfalt jüdischen Lebens, dessen Humor und Lebensfreude der Gegenwart zu beschäftigen und dessen Ergebnisse gestalterisch in ein Projekt umzusetzen. Ich wünsche mir, dass der Wettbewerb dazu beiträgt, dass Schülerinnen und Schüler Spaß haben, den Spuren lebendigen jüdischen Lebens in ihrer Stadt nachzugehen einerseits und sie durch erlangtes jüdisches Wissen für die Zukunft weniger (oder auch gar nicht!) anfällig sein werden für Formen der Missachtung und Ausgrenzung von Menschen anderer Glaubens- und Lebensformen.“

Falk Schnabel ist seit Dezember 2020 Polizeipräsident in Münster. Bis dahin leitete der Münsteraner die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf. Zuvor war er Leitender Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft in Hamm. „Seit 1700 Jahren bereichert jüdisches Leben in Deutschland unser aller Leben. Der Schülerwettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ rückt es auch für junge Menschen in den Mittelpunkt und macht sie widerstandsfähig gegen Antisemitismus und Vorurteile. Ich freue mich schon sehr über die Beiträge“, so Falk Schnabel.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7. und 8. aller Schulformen im Regierungsbezirk Münster waren von April bis Juli aufgerufen, sich am Wettbewerb „Shalom – jüdisches Leben heute!“ beteiligen. Schirmherr des Wettbewerbs ist der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Wettbewerb wird unterstützt von der Sparkasse Münsterland Ost, der LVM Versicherung und der AGRAVIS Raiffeisen AG. An der Preisverleihung am 11. November 2021 in der Bezirksregierung Münster wird der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, teilnehmen.

Alle Infos zum Wettbewerb finden Sie unter: www.brms.nrw.de/go/shalom