Schnatgang durch Angelmodde-West

Haus in der Peter-Büscher Siedlung 2016. Foto: A. Hasenkamp.

Zuletzt aktualisiert 12. Oktober 2020.

Münster-Angelmodde. Einst kontrollierten beim „Schnatgang“ Einwohner die Grenzen ihres Ortes. Hatte sich jemand an den Grenzsteinen vergriffen? Das stand am Freitag im Hintergrund, als auf Einladung der „Heimatfreunde Angelmodde“ ein Trupp von elf Angelmoddern vom Gallitzin-Haus am Angelmodder Weg aufbrach, um mit dem Fahrrad die Außengrenzen ihres „Angelmudde“ abzufahren.

Die Grenzen waren nicht immer nur von der Politik bestimmt, wie die Ortskenner am Weberborg betonten. Dort, wo die eine Straßenseite zu Angelmodde, die andere zu Wolbeck zählt.

Es ging auch um Grenzen der katholischen Gemeinden. Da habe St. Agatha ein „Minus-Geschäft“ gemacht, sagt Kajo Plassmann, als der Bischof einige Häuser am Weberborg zu St. Agatha schlug. Denn im Gegenzug fielen über hundert an St. Nikolaus.

Geleitet von Dieter Fischer radelt die Gruppe zur Straße „Am hohen Ufer“, entlang einer Serie von „Bootshäusern“, dann die Werse entlang nödlich bis zur Kläranlage und zum Loddenbach. Grenzsteine sind keine zu sehen. Am Altehof weist Fischer über zwei Gärten und ein Boot hinweg auf einen großen Baum zwischen zwei Wohnhäusern: Genau da sei die Grenze zu Gremmendorf. Westlich geht es zum Albersloher Weg, dann süd-östlich über den Erlenbusch in den Schütthook. Viele von Bäumen gesäumte Radwege kennzeichnen den Weg, kaum ist Platz zwischen den Blättern. Einmal, hinter ienem Bahnübergang, weichen die Bäume einem langen hohen Zaun: Dahinter liegt das Werk II der Westfalen AG.

Auf einer breiten Straßen mit breitem Rasenstreifen geht es in die Peter-Büscher-Siedlung. Interessanter als ein Grenzverlauf sind die letzten verbliebenen Häuschen der Siedlung, halb verborgen hinter Grün.

An der Kreuzung Hiltruper Straße und Osttor ist der südlichste Zipfel Angelmoddes noch nicht erreicht – der liege etwa 500 Meter weiter Richtung Albersloh. Ein bis ins zwanzigste Jahrhundert zentraler Verkehrsknotenpunkt liegt weit abseits der Hiltruper Straße an einer unscheinbaren Stelle des Emmerbachs – hier überquerten Gespanne die Grenze nach Wolbeck und Albersloh. Der Graf Merveldt erhob hier eine Maut und ließ in der Nähe eine Kapelle errichten – sie steht vor dem Hof Twenhöven.

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Halb verborgen liegen Häuschen der Peter-Büscher-Siedlung unweit des Albersloher Wegs.

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Halt am fast südlichsten Punkt Angelmoddes: die Gruppe der Heimatfreunde am Osttor. Foto: A. Hasenkamp.