Schmutzwasser der neuen JVA Münster wird nach Everswinkel gepumpt

Schmutzwasser der neuen JVA Münster wird nach Everswinkel gepumpt
Oberbürgermeister Markus Lewe, Bürgermeister Sebastian Seidel und Thomas Taugs vom Abwasserbetrieb TEO unterzeichneten den Vertrag für die interkommunale Zusammenarbeit bei der Schmutzwasserbeseitigung der neuen JVA. Foto: Stadt Münster / MünsterView

Zuletzt aktualisiert 14. Dezember 2021 (zuerst 13. Dezember 2021).

Interkommunale Zusammenarbeit nutzt allen Partnern / Vertrag in Münster unterzeichnet

Münster (SMS). Die interkommunale Zusammenarbeit bei der Schmutzwasserbeseitigung der neuen Justizvollzugsanstalt (JVA) zwischen der Stadt Münster, der Gemeinde Everswinkel und dem Abwasserbetrieb TEO (Telgte, Everswinkel, Ostbevern und Beelen) nimmt Gestalt an. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe, Sebastian Seidel, Bürgermeister der Gemeinde Everswinkel, und Thomas Taugs, Vorstand des Abwasserbetriebs TEO, unterzeichneten den Vertrag am Montag (13.12.2021) in der Rüstkammer des münsterschen Rathauses. Oberbürgermeister Markus Lewe lobte die ungewöhnliche Kooperation: „Auf der Suche nach der besten Lösung ist es wichtig, auch über die Stadt- und Gemeindegrenzen hinaus zu schauen. Wir sind für die Unterstützung aus den Nachbar-Kommunen sehr dankbar.“

Gebaut wird die neue JVA vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW an der Telgter Straße auf dem Gebiet der Stadt Münster und in direkter Nachbarschaft zur Gemeinde Everswinkel. Mit Blick auf die „Grenz-Lage“ entstand bereits 2018 bei den beteiligten Kommunen die Idee, die Aufgabe der Schmutzwasserbeseitigung für die JVA gemeinschaftlich zu lösen. Denn während die Kläranlage Loddenbach im Südosten von Münster bereits am Rande der Auslastung arbeitet, hat die Kläranlage in Everswinkel noch freie Kapazitäten. Doch bevor konkrete Verabredungen getroffen werden konnten, standen zunächst aufwändige rechtliche, technische und wirtschaftliche Prüfungen auf dem Programm.

Inzwischen liegen alle erforderlichen Beschlüsse der politischen Gremien vor, so dass nun mit der Vertragsunterzeichnung der nächste Schritt gegangen werden konnte. „Die Anbindung der JVA an die Kläranlage in Everswinkel ist ein sehr gutes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit. Alle, die zum Gelingen beigetragen haben, können stolz auf das Ergebnis sein“, sagte Bürgermeister Sebastian Seidel und Thomas Taugs vom Abwasserbetrieb TEO ergänzte: „Durch die von Anfang an konstruktive Zusammenarbeit wurde in den letzten Jahren erfolgreich ein gemeinsamer Weg zu einer effizienten Abwasserbeseitigung gestaltet. Im Ergebnis werden dabei über die nächsten Dekaden Vorteile für alle Partner erzielt.“ 

Konkret sieht die vereinbarte Zusammenarbeit vor, dass die Stadt Münster eine Pumpstation auf dem JVA-Gelände baut und eine rund sechs Kilometer lange Druckrohrleitung, über die das Schmutzwasser zum bestehenden und nahe gelegenen Pumpwerk in Alverskirchen gelangt. Die Kosten, die komplett vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb übernommen werden, belaufen sich auf rund 4,3 Millionen Euro. Von Alverskirchen aus wird das Schmutzwasser weiter zur Kläranlage in Everswinkel geleitet. Der Abwasserbetrieb TEO macht die Anlagen fit, damit sie das zusätzliche Schmutzwasser aufnehmen können.