RebellComedy schockt Klischees

Schock für ein Klischee: Hany Siam eröffnete das geistreich-witzige, lebensnahe Programm von RebellComedy. Foto: Foto: A. Hasenkamp.

Münster. Seltsam fühlt sich mancher nicht so bio-deutsch Aussehender, mag er auch einen deutschen Pass haben: Für RebellComedy Anlass, mit dem Programm „Ausländer raus! Aus dem Zoo“ auf Tour zu gehen.
Im „Zoo“ der Halle Münsterland steckten am Samstag reihum Babak Ghassim, Hany Siam, Salim Samatou, Benaissa Lamroubal, Khalid Bounouar und Usama Elyas.
Klischees müssen leiden, wenn Ghassim Bewusstsein erweitert: Da trifft er, der dunkelhäutige Ägypter, einen Afrikaner, der ihn für einen „Bruder“ mit Hintergrund als Sklaverei-Opfer hält – Sklaverei-Opfer? „Wir haben sie erfunden!“ „PC“ ist Siams Sache nicht, er zeigt gern die „Rassismus-Opfer-Karte“, mit der er genauso auf die Nase fällt wie mit vorgetäuschtem „Ich-nix-Deutsch-sprechen“. Unerwartete Wege findet Integration: Das Steuernzahlen verbindet Lamroubal innig mit unfertigen deutschen Baustellen.
Den Kontakt mit dem Publikum pflegt RebellComedy, das freut sich und macht geistesgegenwärtig mit. Samatou findet mehrere albanische Delphine in diesem „Zoo“, und alle Befragten sind von Beruf, wovon Migrantenväter für ihre Söhne träumen: Arzt. Oder Unternehmensberater.
Siam demonstriert, wie treffsicher Klischees sein können: „Du siehst aus wie ein Autoverkäufer? Bist du Libanese?“ Stimmt, sagt der Befragte, das Publikum ist begeistert. Reichlich hat es zu lachen, wenn es nicht gebannt einem hintergründigen Zwiegespräch mit einem Bart folgte, dessen schwarze Haare gegenüber weißen Neuankömmlingen darauf pochen, zuerst dagewesen zu sein.
Gemeinsam ist dem unterschiedlichen Sextett wohl, „keinen Bock“ zu haben, etwas repräsentieren zu sollen, „wofür ich überhaupt nicht stehe“.

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Längst nicht alles dreht sich um den roten Faden „Zoo“, sondern etwa um nicht so „süße“ Babys oder Schönes versus Sinnvolles bei Frau und Mann. Manche Spitze kann man nur als Migrationshintergründler machen, etwa über Onkel Ali.

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