Rat für Landwirte: Auf Öko umstellen oder nicht?

Münster-Wolbeck. Lohnt sich für einen Landwirtschaftsbetrieb die Umstellung von Anführungszeichen konventionell“ auf „Bio“? Ist sie sogar nötig? Diese Fragen untersuchten Schüler der Fachschule für Agrarwirtschaft am Beispiel von drei Betrieben aus drei Steinfurt, Steinfurt-Hollig und Westbevern, die derzeit Milchkühe, Mutterkühe oder Schweine halten.

Etwa 40 Stunden hatten in dieser „Ökowoche“ die 60 Schüler aus drei Klassen Zeit, eine Vorbereitungsphase war vorgeschaltet. Am Donnerstag präsentierten die Schüler ihre Ergebnisse in Wolbeck. Eine Fülle von Kennzahlen und Regeln mussten sie einfließen lassen, um realitätsnah zu sehen: In welchem Umfang müssen Böden „aufgekalkt“ werden, wie verändert sich der Arbeitsaufwand, wie hoch wird der Finanzbedarf für die Zwischenfinanzierung während der 24-monatigen Umstellungsphase ausfallen? Da ist ein anderer Boden für die Kühe nötig, die Auslauffläche hat ebenfalls Regeln, ebenso wie die Optionen bei Erkrankung eines Tieres. Jeweils ein Team untersuchte Aspekte des Pflanzenbaus, der Tierhaltung und der Ökonomie. Sie mussten sehr intensiv Informationen austauschen. Sorgfalt ist Pflicht: zwar sind zum Beispiel die Preise für -Biomilch höherer und stabiler – aber ohne interessierte Molkerei geht nichts.

Betriebswirtschaftlich ist für die Schüler der Deckungsbeitrag zentral, auch wenn für den Betrieb die Gewinnbetrachtung den Ausschlag gibt. Aber die Schüler hatten keinen Zugriff auf die Buchführung der Betriebe, erläutert die Lehrerin Claudia Kühnert-Schulz. Auch der Deckungsbeitrag gebe Orientierung. Unterstützt wurde die Recherche von drei Fachlehrerinnen und drei Schülern der zweiten Ausbildungsstufe.

Besonders spannend wird die Analyse dadurch, sagt Dr. Ulrich Breul, Leiter der Bildungseinrichtung, dass zwei der untersuchten Betriebe Schülerbetriebe sind – der Bezug zur Praxis ist hier besonders hoch. Die Schüler seien alle „mit Feuer und Flamme“ dabei; sie hätten nicht auf Überstunden geschaut. Vergleiche von Optionen, wie sie die Schüler hier seit etwa sechs Jahren durchführen, sind   gerade im Münsterland wichtig, wo Flächen knapp sind.

Was wäre bei einer Umstellung zu erwarten? Untersucht haben es für einen Rinder-Betrieb Markus Ahmann (Ibbenbüren), Bernd Dalhus (Hoetmar), Joel Frede (Greven), Kathrin Feldkamp (Steinfurt), Lenhard Holtmannspötter (Ochtrup), Lukas Ortmeier (Emsdetten) und Jan Neukötter (Beelen). Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer NRW, Klaus Werring, unterstrich, dass konventionelle und Bio-Bauern voneinander lernen könnten. Es gebe darum, die Böden gesund zu erhalten, der Einsatz von Mineraldünger werde sinken müssen. In NRW gebe es ein landesweites Beratungsnetz.

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