Radverkehr in Münster: Mehr Aufmerksamkeit in Schulen

Teilen heißt kümmern!

Münster. Acht Empfehlungen hatten die Experten beim 47. Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar für die Entwicklung des Radverkehrs formuliert und beschlossen. Die münsterschen Verkehrsplaner haben die wichtigsten Schwerpunkte in eine Berichtsvorlage gefasst. Sie wird in der ersten Märzhälfte im Planungsausschuss (5.03.) und im Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung (12.03.) vorgestellt. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster am 25.02.2009 mit.

"Wir empfinden die Empfehlungen als sehr ausgewogen. Damit können sie auch für uns in Münster eine gute Leitlinie für die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs sein", sagt Christian Schowe, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung. 

Münstersche Verkehrsplaner für mehr Verkehrserziehung in den Schulen und rücksichtsvolles Miteinander auf der Straße

Ganz obenan steht auch für die münsterschen Verkehrsplaner die Forderung des Verkehrsgerichtstages, das Fahrrad endlich als vollwertiges und gleichberechtigtes Verkehrsmittel anzuerkennen. "Wenn man das zuende denkt, bedeutet das vor allem zweierlei", erklärt Schowe. "Diese Anerkennung beinhaltet, dass wir die Infrastruktur für den Radverkehr noch weiter verbessern und vor allem ausreichend Platz zur Verfügung stellen. Andererseits ist damit für die Radler auch in punkto Regeln akzeptieren oder Verfehlungen ahnden die Zeit des Durchwurstelns vorbei."
Eine gründliche Verkehrserziehung für Kinder und Jugendliche, und zwar bis zur zehnten Klasse, empfehlen die Experten außerdem. Eine besonders wichtige Empfehlung, wie Radverkehrsplaner Stephan Böhme findet: "Wenn man von der Radfahrschulung in der Grundschule absieht, sind Kinder und Jugendliche bis zur Führerscheinprüfung als Autodidakten unterwegs. Da klafft doch eine große Lücke."
Daran schließen sich weitere Forderungen des Verkehrsgerichtstages an: Radwegeführungen, die klar verständlich sind, ausreichende Finanzmittel für den Bau und die Unterhaltung der Radwege und genügend Abstellflächen für Räder. Andererseits aber auch die konsequente Überwachung des Radverkehrs durch die Polizei und die Möglichkeit, den so genannten "ruhenden Radverkehr", sprich: abgestellte Leezen, in Ordnung zu halten.

Zum Tragen eines Fahrradhelmes und zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung raten die Experten dringend. Darüber hinaus plädiert der Verkehrsgerichtstag nachdrücklich dafür, das Gefahrenbewusstsein der Radler zu schulen. Das heißt nicht nur, Fehlverhalten zu vermeiden, sondern den Blick für die eigene Verletzbarkeit zu schärfen. "Unser Ziel ist ein rücksichtsvolles, kommunikatives Miteinander", unterstreicht Planungsamtsleiter Schowe. "Schulen, erklären, Umsicht üben – das ist mühsam und langwierig, aber anders werden wir die Unfallzahlen nie dauerhaft senken."

shares