Radfahrer: Helm tragen hilft

Zuletzt aktualisiert 25. Februar 2016 (zuerst 3. Dezember 2008).

Münster. Florian steht auf dem Schulhof und sieht seinen Klassenkameraden beim Inline-Skaten zu. Sie üben das Bremsen. Am Aktionstag zum Thema „Unfallprävention“ der Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention kann der Schüler nicht teilnehmen. „Ich hatte heute Morgen selber einen Unfall – mit meinem Fahrrad“, erzählt er. Nein, einen Helm habe er nicht getragen. „Da werde ich doch nur ausgelacht.“

… leider gibt es keine Helmpflicht

„Fahrradhelme sind ab der sechsten Klasse einfach uncool“, bestätigt Klaus Sieker von der Verkehrsdirektion der Polizei Münster. Dabei seien gerade Zehn- bis 14-Jährige gefährdet, sie verunglückten besonders häufig in ihrer Freizeit. Während Eltern das Radfahrtraining ihrer Kinder in der Grundschule noch begleiteten, lasse ihre Aufsichtspflicht später zu wünschen übrig, kritisiert Sieker. „Sie müssen aber dran bleiben, weiter aufmerksam sein. Münster hat eine hohe Verkehrsdichte. Und leider gibt es keine Helmpflicht.“

Jugendliche auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereiten.

Klaus Sieker ist einer der zahlreichen Teilnehmer, die an diesem Tag im Schulzentrum Hiltrup Jugendliche auf die Gefahren im Straßenverkehr vorbereiten. Eingeladen dazu hat die Ordnungspartnerschaft Verkehrsunfallprävention unter Federführung der Kinderneurologie-Hilfe Münster. Das Thema „Schutzkleidung“ zieht sich durch den gesamten Vormittag. So finden sich die insgesamt 200 Jungen und Mädchen der Hauptschule Hiltrup und der Johannes-Gutenberg-Realschule auch zum Helmcheck der Radsport-Firmen Hürter und Weste ein.

Wichtiger Schutz auf dem Kopf

Den wichtigen Schutz auf dem Kopf flitzen die Kinder später mit ihren Inline-Skates über den Schulhof und üben das Kurvenfahren. „Po runter, ab in die Hocke, den Fuß nach vorne und bremsen“, hatte es vorher unter dem Kommando von Georg Hüging geheißen. Der Experte gibt an diesem Aktionstag nützliche Tipps fürs richtige Fahrverhalten. Sein Ziel: Die Schüler sind irgendwann so fit, dass sie sich nur noch auf den Straßenverkehr konzentrieren müssen. „Schutzkleidung ist cool“ behauptet später  Professor Horst Rieger, Unfallchirurg am Clemenshospital, und erzählt den Jungen und Mädchen in seinem Vortrag auch, warum.

Bremstest

Dass ein 200 Stundenkilometer schnelles Auto nach dem Bremsen erst nach 238 Metern zum Stehen kommt, davon berichtet Heinrich Helms von der Verkehrswacht. Auch Klaus Wegener von den Stadtwerken führt einen „Bremstest“ durch – mit seinem Bus. Ganz in seiner Nähe erzählt Rettungsassistent Dirk Blockwitz von der städtischen Berufsfeuerwehr, wie ein Notruf abgesetzt wird. Und während der 15-jährige Gökhan überlegt, dass man wohl erst einmal selber einen Unfall gehabt haben muss, um so richtig wach zu werden, irrt Mitschüler Julian mit der „Rauschbrille“ der Drogenhilfe durch den Klassenraum. Sie simuliert einen Blutalkoholwert von 0,8 Promille.