Quartett Bux begeistert mit Flöten-Quartett Konzert von KulturVorOrt Wolbeck von Lesung ergänzt

Das BUX-Quartett: Wei Hung (2.v.l.) mit Kontrabass-Blockflöte, Franziska Salker mit Großbass, Chia-Ying Chuang mit Bass und Chia-Ling Lee mit der Tenorflöte sowie Sprecherin Gudrun Beckmann-Kircher. Foto: anh.

Münster-Wolbeck. Den Frühling zu begrüßen „mit einem Flötenkonzert, kombiniert mit Lesungsabschnitten“, dazu hatte der Verein KulturVorOrt Wolbeck am Freitag in den Saal der Christuskirche eingeladen. Die Resonanz war groß, viele lauschten der Musik des Quartetts BUX aus Renaissance und Barock, von Bach und Palestrina, auch von weniger bekannten wie Cesario Gussago und Gioseffo Guami. BUX, das sind vier junge Flötistinnen, aus Taiwan und von der Mosel, Wei Hung, Chia-Ying Chuang, Chia-Ling Lee und Franziska Salker, erst seit einem Jahr als Quartett BUX zusammen, doch offensichtlich bestens eingespielt.
Weil nicht allein Flötenklänge zweimal 45 Minuten füllen sollten, hatte KulturVorOrt nach einer Ergänzung gesucht und die Autorin Gudrun Beckmann-Kircher sich spontan bereit erklärt, freute sich die Vorsitzende, Heidemarie Markenbeck. Die Musikerinnen und die vorlesende Autorin hatten das Programm im Winter besprochen, probten einmal im Köln. Bis zu fünf Texte, Gedichte, Texte, Geschichten von Dorothee Sölle, Mascha Kaléko, Kaschnitz und Beckmann-Kircher fanden sich zwischen den Instrumental-Abschnitten, 20 insgesamt. Sicherlich sinnvoll war, Buxtehudes „Durch Adams Fall ist ganz verderbt“ und einem taiwanesischen Lied Text voranzustellen. In ihrer Masse bedrängen sich die Texte untereinander, und das Konzert erst recht. Zuma, wie Markenbeck sagte, man über sie “durchaus reflektieren kann“. Im etwas konfusen Programmblatt fällt u.a. auf, dass es die Musikerinnen verschweigt.

Thematisch abgestimmt seien Texte und Musik, hieß es. Manche Auswahl in dieser Vielzahl ließ ratlos zurück angesichts des versprochenen Frühlingshaften – mehr déprime als Knospen. Besonders die trübselige Ehe-Geschichte, die, zwischen weiteren Texten, zwölf Minuten füllte – zwischen dem frischen, fröhlichen, anregenden „La Lusignuola“ – die Nachtigall – von Tarquinio Merula und dem „Taiwanesischen Lied“. Dessen Umsetzung für vier Flöten war mehr als schlichte Folklore – eine bildkräftige, vielgestaltige Erzählung in Tönen, von Sehnsucht nach dem Frühlings-Wind und Liebelei, wiederum virtuos vorgetragen. Was umso bewundernswerter ist, als die Vier fortwährend zwischen unterschiedlichsten Flöten wechseln, als wäre das Nichts.
Begeistern konnte auch des Quartetts Interpretation von Georg Philipp Telemanns Konzert F-Dur für vier Altblockflöten, bekannt und zu Recht beliebt. Dass sich mit Instrumenten, deren Konzept Jahrhunderte alt ist, aufregend Neues gestalten lässt, bewiesen das BUX-Quartett mit Dick Koomans „The Jogger – for recorder quartet“. Die vier von Live Music Now-Köln geförderten Musikerinnen sind wegen ihrer Qualität auch bei modernen Projekten gefragt.

Als Zugabe bot das BUX-Quartett ein kurzes Werk von Matthew Locke.

 

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