Promenadenflohmarkt-Finale 2015 in Münster

Von Andreas Hasenkamp

Münster. „Das ist eine Funkuhr aus den 70er Jahren“, meint  Bernd Kruse, daneben liegt ein Studio-Kopfhörer von Toshiba, der ähnlich alt aussieht. Der Klang sei erstaunlich, einen modernen Klinkenstecker hat er schon besorgt. Manches ist aus besonderem Grund teuer: „Das wollte ich eigentlich selbst behalten.“ Er macht das noch nicht lange, ist aber überzeugt vom Promenaden-Flohmarkt: „Hier kommen die Leute hin, hier kommen die Liebhaber.“ Da erfahre man manchmal mehr über die eigenen Sachen.
Eine breite Palette von Super-Hero-Figuren von Marvel gibt es bei dem entspannten jungen Mann zehn Meter weiter: „Wenn Du noch einen mehr  nimmst, können wir über den Preis reden …“ Ein grüner Hulk wechselt den Besitzer, das Spinnennetz von Spiderman bleibt liegen – Spiderman ist schon ohne Netz weggegangen.
Nahe dem Coffee-Bike wärmen sich Menschen die Finger an Bechern, an einem Stand mit Klamotten wird gefeilscht. Eine der drei Freundinnen bleibt hart: „Dann biete ich es bei eBay an“, meint sie zu der Kundin. „Dann nehme ich es gern wieder mit.“ Die Marken-Handtasche gibt es nicht ein paar Euro; 70 Prozent gespart hat die Kundin trotzdem.

Schallplatten durchaus noch beliebt

Der Schallplatten-Mann überrascht: Es würden wieder LP-Maschinen gefertigt, ein großen CD-Hersteller dagegen sei pleite. Drei junge Damen fördern eine „Die Ärzte“-Platte zutage, bei „Let It Be“ entfährt ihnen ein wohliges „Aaaah“.
„Brauchst du noch einen Bagger?“ – die Ehefrau verneint. Anders sehen das Sabine und Helmut van Almsick aus Stadtlohn. Sie haben die vier Kinder daheim gelassen, widmen sich Modellen landwirtschaftlicher Maschinen. Für den Dreijährigen gibt es zu Nikolaus einen Heuwender. Der Bowle-Topf mit Rhein-Widmung stammt aus Bayern, erzählt Anna Zwaer, der rosa Tornister  aus den USA. „Das läuft wie dumm“, sagt die Neu-Münsteranerin und meint die Nachflohmärkte in Bayern.

Probleme mit knappen Parkplätzen beim Promenaden-Flohmarkt

Der Start früh um 6 Uhr war für die Händler unangenehm: Es regnete, „aber richtig“. Mancher ließ einen Teil der Ware lieber im Kofferraum. Die zum Ausladen erlaubte Parkzeit sei zu knapp, meinten mehrere; einer musste ein Knöllchen mit mehr Umsatz ausgleichen. Allein sei das Aufbauen schwer, so viele kamen zu dritt, einige gleich zu acht – „ein Familien-Happening“. Die Stimmung bei ihnen unter dem Pagodenzelt war gut: „Es ist viel los, die Leute kaufen auch“.

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