Preis für Forschungen über Demetrius Gallitzin in Münster verliehen

Gespräch über Demetrius Augustinus von Gallitzin mit Klaus Wirth, Andreas Oberdorf, Elisabeth und Wolf Lammers im Mai 2015 im Gallitzin-Haus. Foto: anh.

Münster-Angelmodde. Die Forschung über den Sohn der Fürstin von Gallitzin bildete am Samstag einen Schwerpunkt einer Preisverleihung der Gallitzin-Stiftung in der Rüstkammer des Rathauses zu Münster.
Demetrius, 1770 geboren, wuchs in Münster und Angelmodde auf. Wenig traute ihm seine berühmte Mutter zu; 1792 ging er als junger Mann nach Nordamerika. Dort wurde er katholischer Priester und betreute seelsorgerisch Irland-Auswanderer in Pennsylvania. Man nannte ihn den Apostel der Alleghenys. 1840 starb er.
Seines ungewöhnlichen Wirkens wegen kam der Gedanke an eine Seligsprechung auf. Frank und Betty Seymour aus Loretto kümmerten sich um einen Teil der Recherche und Dokumentation für das 2007 offiziell eingeleitete Verfahren. Daher hatten sie sich an das Angelmodder Ehepaar Elisabeth und Wolf Lammers gewandt, mit der Bitte um Hilfe: Zur Untersuchung gehörte auch die Lektüre des frühen Briefwechsels von Dimitri – und die Schrift Sütterlin konnte dort keiner lesen. Die Lammers‘ halfen mit intensiver Archivarbeit und Übersetzungen ins Englisch. 2013 ging das Publikations-Projekt des Ehepaars in die letzte Phase: „Demetrius Gallitzin 1770 bis 1840 – eine Lebensgeschichte“.

Am Samstag nun erhielt der Kulturwissenschaftler Andreas Oberdorf den Gallitzin-Preis 2019 für seine innovativen bildungshistorischen Studien zu Demetrius Augustinus von Gallitzin. Mit seiner Dissertation und anderen Publikationen hat er das Diskursfeld der katholischen Aufklärung in seiner Bedeutung für Wissenschaft, Politik und Literatur ausgeleuchtet und dessen Relevanz für den westfälischen und den transatlantischen Bildungsraum herausgestellt.
Mit dem Gallitzin-Preis fördert die Gallitzin-Stiftung (Münster), 1990 gegründet, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Arbeiten einen besonderen Beitrag zur Erforschung der Kulturgeschichte Westfalens oder zu Amalie Fürstin von Gallitzin (1748-1806) und ihrem Umfeld leisten. In regelmäßigen Abständen vergibt die Stiftung Preise für herausragende Studien in den Bereichen Literaturwissenschaft/Kulturwissenschaft und Kunstgeschichte.

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