Poetry 2013 in Münster: Lyrik als Bild, Video oder Songtext

LMünster (SMS) Lyrik als Bild, als Film, als Video, als Songtext, als Installation? Die Übersetzung von Verskunst in andere künstlerische Formen bestimmt das Literaturprogramm Poetry 2013 vom 23. April bis 27. Mai im Vorfeld des 18. internationalen Lyrikertreffens in Münster. Ganz im Sinne des Preises für Internationale Poesie, den die Stadt Münster dem karibischen Lyriker Derek Walcott und seinem Übersetzer Werner von Koppenfels für den Gedichtband “Weiße Reiher“ verleihen wird.

So präsentiert die TatWort-Initiative Dichtkunst auf unkonventionelle Weise als Videoclip oder im Wettstreit um die Gunst des Publikums. Hochkarätige Poetry Slammer stellen sich mit ihren Texten dem Urteil des Publikums. Und die Lesebühne [DIE2]drei bietet den Zuschauern satirische Texte, Geschichten, „Blödsinn und Poesie“.

Für den dichterischen Nachwuchs heißt es: „Bühne frei für deine Texte“ – eine Werkstattreihe im Rahmen des Kulturrucksacks NRW unter Anleitung der TatWort-Profis. Die 12- bis 14-Jährigen werden ihre Texte in einem eigenen Poetry Slam vorstellen.

 

Andere Ausdrucksformen zeigen Ausstellungen, wie die der Künstlerin Alexandra Frohloff, die im Haus der Niederlande ihre Radierungen zu Gedichten von Anne Beresford präsentiert. In der Ausstellung des münsterschen Verlages BuchKunst Kleinheinrich in der Stadthausgalerie sind unter anderem Aquarelle von Georg Guðni und Bernd Koberling zu sehen, die isländische Lyrik in Bildsprache übersetzen. Zur Eröffnung der Ausstellung lesen die Isländerinnen Steinunn Sigurðardóttir und Linda Vilhjálmsdóttir ihre Gedichte. Das ist der Auftakt zu weiteren prominent besetzten Lesungen mit Sebastian 23, Petra Morsbach, Egon Amman & Annette D. Gresing sowie Adrian Kasnitz & Christoph Wenzel. Einen Dichterwettstreit der besonderen Art präsentiert der Verlag Monsenstein & Vannerdat mit seiner Veranstaltung „Goethes schönste Söhne“.

 

Katharina Thalbach liest Brasch

 

Ein Highlight ist die Lesung mit Katharina Thalbach am 14. Mai um 20 Uhr im Rathausfestsaal. Die Film- und Theaterschauspielerin liest aus den gesammelten Gedichten „Die nennen das Schrei“ ihres verstorbenen Lebenspartners Thomas Brasch. Von Brasch, der neben seiner Arbeit als Schriftsteller auch Drehbuchautor und Regisseur war, werden an fünf Abenden Filme im Schloßtheater gezeigt. Auch dies ein roter Faden, der sich durch das Poetry-Programm zieht: Wie lässt sich Lyrik als Film darstellen? Auf Einladung der Filmwerkstatt präsentieren die Veranstalter des ZEBRA Poetry Film Festivals in Berlin, einem der größten Foren für den internationalen Poesiefilm, in einer Bestenauslese ihrer Kurzfilme an drei Abenden ihre Antwort dazu.

 

Vertonte Lyrik stellen die Singer-Songwriter Tim Neuhaus und Naima Husseini vor. Für sie inszeniert der sozialpalast eine Kunstbühne mit herunterhängendem Fernseher vom Balkon eines Ateliers am Speicher II, der das Live-Konzert der Newcomer überträgt. Die Überhöhung wirft die Frage nach der Position der Bühnenkünstler und dem Publikum auf.

 

Das Künstlerpaar Jan-Christoph und Jutta Tonigs hat für seine lyrische Installation fast 3000 weißen Stoffbuchstaben geschnitten, die ab Mitte Mai im Rathaus-Innenhof Gedichtpassagen bilden und in einem lyrischen Knoten zusammenlaufen.

 

Poetry 2013 mündet schließlich in das Internationale Lyrikertreffen mit der Verleihung des Internationalen Poesiepreises am 26. Mai im Erbdrostenhof.

 

Das facettenreiche Programm richten zum dritten Mal das Kulturamt Münster zusammen mit Filmwerkstatt Münster, Kulturinitiative sozialpalast, Literaturverein Münster, Cuba-Cultur & TatWort, Verlag Kleinheinrich, Verlag Monsenstein & Vannerdat sowie Literaturzeitschrift Am Erker aus.

 

Das umfangreiche Programmheft ist in der Münster-Information im Stadthaus 1, Heinrich-Brüning-Straße, erhältlich. Alle Informationen auch unter www.muenster.de/stadt/kulturamt.

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