Pedelec: Elektrorad legt Sanitätshaus-Image ab

Münster, 05.5.2009 (wid). Steigende Verkaufszahlen, Ausbau der Produktion, Erweiterung des Marktes – und das in Zeiten der Wirtschaftskrise. Die Fahrradbranche zählt eindeutig zu den Gewinnern. Klar auf der Überholspur: Das Pedelec. "Seit Markteinführung des Mountainbikes hatte kein Fahrradsegment so hohe Steigerungsraten wie das der Pedelecs", konstatiert Bettina Cibulski, Pressesprecherin des Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Clubs (ADFC), auf Anfrage des Wirtschaftsinformationsdienstes Münster.

Keine Frage – der Markt boomt, die Verkaufszahlen steigen kontinuierlich: von 0,5 Prozent Gesamtanteil 2007 auf 2 Prozent Gesamtanteil am deutschen Fahrradmarkt 2008. Insgesamt werden pro Jahr ca. 4,5 Millionen Fahrräder in Deutschland verkauft, geschätzt sind derzeit rund 400.000 E-Bike und Pedelecs (Pedal Electric Cycles) in Deutschland unterwegs. Für das nächste Jahr wird seitens des ADFC noch einmal mit einer Verdopplung gerechnet.

Experten vom Elektrorad überzeugt

Das Unternehmen oco-design im Herzen der Fahrrad-Hauptstadt Münster hat jetzt ein neuartiges Bike mitentwickelt, das neuesten Anforderungen genügt – und die sind enorm, denn: "Die aktuellen ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen werden dazu führen, dass Fahrräder – vor allem in den Innenstädten – vermehrt als Fortbewegungsmittel eingesetzt werden", ist der Gründer und Inhaber von oco-design,  Professor O. K. Nüsse überzeugt. Dass das Elektrorad damit ganz vorn in der Gunst der Verbraucher liegt, hat nach Einschätzung des ADFC viele Gründe: Pedelec-Fahrer kommen noch entspannter und nicht verschwitzt zur Arbeit, Radreiserouten mit ausgeprägtem Höhenprofil verlieren ihren Schrecken und die kleinen, alltäglichen Besorgungen werden durch die Motorunterstützung deutlich vereinfacht. "Mehr Leute können dank der technischen Unterstützung mehr Fahrrad fahren – egal ob bergauf oder bei Gegenwind", fasst der Bundesvorsitzende des ADFC, Karsten Hübener, die Vorteile von E-Bikes und Pedelecs zusammen.

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Technik mit Rückenwind – Lithium-Ionen-Akkusliefern Elektro-Fahrrad Reichweite

Verbaut werden hochwertige Lithium-Ionen-Akkus die – je nach Fahrweise und Gelände, mit Reichweiten von bis zu 80 km – auch längere Ausflüge zulassen. Bei den Pedelecs gewährleisten Hybridmotoren den gewünschten Vortrieb dadurch, dass sie die Tretbewegungen unterstützen. Hierbei werden die Pedalkräfte – bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h – durch die Motoren verstärkt und sorgen für ein "echtes Rückenwindgefühl", dessen Wirksamkeit und Dauer durch die individuell unterschiedlich eingesetzte Tretkraft bestimmt wird. So wird es möglich mit der halben eingesetzten Kraft deutlich länger und schneller als mit herkömmlichen Fahrrädern zu fahren.

Fahrräder mit Design im Trend

Elektroräder haben nichts mehr mit knatternden Fahrrädern mit Hilfsmotor gemein, das Reha-Image haben sie abgelegt. Zur ausgefeilten Technik kommen frische, trendige Farben und praktische Accessoires die das Rad modern, leicht und dynamisch wirken lassen. Auch das lockt die Käufer: "Ein Fortbewegungsmittel ist immer auch Ausdruck von Lebensgefühl, daher wird gerade die optische Ausstattung der Velos immer wichtiger werden", ist sich Industriedesigner Clemens Dwertmann von oco-design sicher. Auch der ADFC sieht das so: "Früher hatten die Elektroräder ein Sanitätshaus-Image", so Cibulski. Doch die Zukunft gehöre dem individuell angepassten Hightech-Gefährt, mit dem sich der Fahrer identifizieren könne. Beim Look kann der Fahrer heutzutage zwischen verschiedenen Designkonzepten wählen, die den individuellen Nutzungsgewohnheiten gerecht werden und die Funktionalität des Rades unterstützen. "Mit den neuen Gestaltungskonzepten wird sich der Markt weiter auffächern und noch mehr Leute werden aufs Fahrrad umsteigen", ist sich Hübener sicher.

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