Ortsunion Wolbeck steht im Scherbenhaufen

Münster-Wolbeck. Was kann die Wolbecker CDU-Ortsunion im Kommunalwahlkampf noch leisten? Die überraschende und erfolgreiche Gegenkandidatur Theo Moorens für den Rat der Stadt Münster begann mit einem Sieg auf Ortsebene, setzte sich aber mit einer Niederlage auf Kreisebene fort. Und das Geschehen droht das CDU-Schiff in Wolbeck mitten im Wahlkamp in unruhiges Fahrwasser zu bringen – in dem noch dazu Kapitän und sonstige Aktive von Bord gehen könnten.

Dabei hatten die anderen Ortsunionen in Münster Südost in aller Ruhe ihre Kandidaten platziert: Andreas Nicklas für Gremmendorf und Heinz-Georg Buddenbäumer für Angelmodde. Der von der Wolbecker Basis gekürte Mooren steht auch nicht auf der Reserve- und Vertreterliste.

Ortsebene düpiert, Aktive erwägen Rückzug

Der deutliche Sieg des Amtsinhabers Franz-Pius Graf von Merveldt auf Kreisebene düpierte die Gremien der Ortsebene. Dort ist viel Porzellan zerschlagen. Eine weitere Belastung: In der Ortsunion sieht man nun auch hinter dem Ergebnis auf Kreisebene vom 29.01. "Machenschaften", berichten die Westfälischen Nachrichten am 31.01.2009. Der Amtsinhaber und seine Unterstützer haben wohl mehr Kontakte in andere Ortsunionen und die haben sie auch genutzt. Auch das Geschehen vom 9.12. in Wolbeck wurde als Machenschaft eingestuft.

Ob der Ortsunionsvorsitzende Dieter Horsch und der in der Öffentlichkeitsarbeit sehr aktive Theo Mooren ihre Ämter im Vorstand der Ortsunion überhaupt fortführen und sich im laufenden Wahlkampf engagieren, ist dem WN-Bericht zufolge fraglich.

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Vom Wiederaufschwung ins Desaster

Während die Kandidatenkür der CDU für Münster insgesamt ruhig verlieft, bietet sich nun ausgerechnet in der politischen Heimat des Oberbürgermeister-Kandidaten Markus Lewe ein Scherbenhaufen.

Dabei war die CDU hier seit einigen Jahren relativ gut aufgestellt: Zum strukturell hohen Stimmenanteil der CDU kam, das die Ortsunion plötzlich eine starke Öffentlichkeitsarbeit betrieb. Der "politische Herbst" und andere Aktionen fanden guten Zuspruch und die CDU deutlich mehr Platz in den Zeitungen. Treibende Kraft war Theo Mooren.

Anfang 2005 hatte die Ortsunion andere Sorgen. Horsch warnte damals bei einer Mitgliederversamlung vor einem Dutzend Interessierte vor einer dramatischen Überalterung. Auch finanziell sei man kaum handlungsfähig, hieß es. Damals trat Mooren als Schriftführer an.

Das Problem hatte sich dann relativiert: Im Dezember 2008 kamen deutlich mehr und auch jüngere Semester, wenn auch kaum jemand unter 40. Aber die Union präsentierte sich aufgefrischt und erweitert.

Mitten im Wahlkampf handlungsunfähig?

Nach dem durchaus nachhaltigen Aufschwung der letzten Jahre steht nun ein Desaster.

Die Aktionen mit Bezug zu lokalen Herausforderungen wie der Umgestaltung des Ortskerns nach dem angelaufenen Bau der Ortsumgehung hielten sich allerdings in Grenzen. Dieses Thema treibt eher die Arbeitsgruppe Ortsgestaltung und Verkehr im Bürgerforum Wolbeck e.V. um. Allerdings kaum in der Öffentlichkeit. So hat man in nicht-öffentlichen Treffen die Politiker zu ihren Vorstellungen befragt. Allerdings ging der Leiter der AG, Professor Hein Hoebink, Ende Dezember an die Öffentlichkeit. In einem Artikel der WN hieß es dann, dass Hoebink vier Anträge gestellt habe, die die öffentliche Diskussion in Verwaltung und Politik wieder in Gang bringen sollten (WN, 30.12.2008). Das Ziel: Pläne für den Ortskern praktisch fertig in der Schublade liegen zu haben, sobald die Umgehungsstraße fertig ist.

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Spät brachte die CDU das Thema Münsterstraße ein: „Was die Umgestaltung der Münsterstraße angeht, werden wir uns mit aller Kraft einbringen“, hatte Theo Mooren beim Neujahrsempfang 2009 versprochen. Gedacht sei auch an eine Bürgerbefragung.

Ob die Ortsunion dazu nun die Kraft und Geschlossenheit aufbringt, wird sich bald zeigen.

Am 30. März 2009 wählt die Wolbecker CDU ihren Ortsunionsvorstand. Und für Aktionen wie die zur Ortsgestaltung ist so viel Zeit nicht mehr. Zumal das Thema längst überfällig war und viele von der Ortsunion mehr erwarten dürften, als darüber zu reden.

Dringend bleibt es nicht nur für die Bürger Wolbecks sondern schon aus Gründen der politischen Glaubwürdigkeit: Denn Oberbürgermeister-Kandidat Markus Lewe nennt in seinem Wahlkampfprogramm im Abschnitt über die Stadteile gerade dies für Wolbeck: "DAS HABEN WIR VOR:  Bau der Ortsumgehung Wolbeck und Wiederbelebung Ortskern".

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