Orgel, Sopran, Oboe für eine Stille

Ein sehr gut harmonierendes Trio: das Ensemble Musica Amata mit Svenja Beumers, Thomas Kraß und Claudia Lawong. Foto: A. Hasenkamp.

Ensemble Musica Amata eröffnet Hiltruper Orgelfestwochen 2002

Münster-Hiltrup. Händel und Morricone, Johann Sebastian Bach und Andrew Lloyd Webber – am Sonntag standen Klassiker auf dem Programm neben Komponisten von Filmmusik und Musicals. Das Ensemble Musica Amata eröffnete die dreiteiligen Hiltruper Orgelwochen; sein Thema war die Stille.

Und dafür hatte das Trio eine treffliche Auswahl gefunden. „For Love one can die” von Morricone eröffnet sanft und getragen, dabei intensiv, gespielt von Svenja Beumers an der Oboe und Thomas Kraß an der Orgel. Dem melancholischen Liebeslied folgt die muntere Einladung in Johann Sebastian Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Hier mischt sich der klare Sopran von Claudia Lawong ins Spiel, unangestrengt und kräftig.

Für die erste seiner drei Orgelimprovisationen hat Kraß „Hört, es singt und klingt mit Schalle“ ausgewählt, ein Werk, dessen Melodie um 1450 entstand. Seine Improvisation zu „Ich steh an deiner Krippe hier“ entführt ins Sphärische, ganz still, zum Ohrenspitzen, trägt Kraß das „Es ist ein Ros entsprungen“ vor, bis es spurlos verhallt.

Die fein gespielte Oboe trägt zum Beginn das „Ave Maria“ von Giulio Caccini, bis der Sopran es fein ausmalt, und Beumers wird die Stärken ihrer Oboe noch im „Oblivion“ von Astor Piazolla hören lassen. Das Finale schließlich bietet Soli für alle drei Virtuosen, Morricones „La Califfa“. Sehr gut harmonieren die drei beim „bereite dich, Zion“ aus dem Weihnachtsoratorium Bachs und in seinem „Quia respexit“ aus dem Magnificat. Andrew Lloyd Webbers „Pie Jesu“ bietet einen ruhigen Hintergrund für den wunderschönen, anmutigen Gesang.

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Kräftig fiel der lang aufgesparte Applaus aus; das Trio gab eine Zugabe. Der Gastgeber, Henk Plas, hatte in seiner Begrüßung angemerkt, es habe „noch nie so viele Besucher wie heute“ gegeben.

Am 19.01.2002 spielt Prof. Tomasz Adam Nowak, Hauptorganist der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti in Münster, Professor für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik in Detmold und Leiter der Abteilung Kirchenmusik ein Programm mit Variationen aus fünf Jahrhunderten. Er präsentiert Werke von u.a. Jan Pieterszoon Sweelinck, Franz Liszt und Johannes Brahms. Den Schlusspunkt setzt Henk Plas mit Bach, Buxtehude und Andriessen am 2.2.2020.

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