Orgel, Sopran, Oboe für eine Stille

Orgel, Sopran, Oboe für eine Stille
Ein sehr gut harmonierendes Trio: das Ensemble Musica Amata mit Svenja Beumers, Thomas Kraß und Claudia Lawong. Foto: A. Hasenkamp.

Münster-Hiltrup. Händel und Morricone, Johann Sebastian Bach und Andrew Lloyd Webber – am Sonntag standen Klassiker auf dem Programm neben Komponisten von Filmmusik und Musicals. Das Ensemble Musica Amata eröffnete die dreiteiligen Hiltruper Orgelwochen; sein Thema war die Stille.

Und dafür hatte das Trio eine treffliche Auswahl gefunden. „For Love one can die” von Morricone eröffnet sanft und getragen, dabei intensiv, gespielt von Svenja Beumers an der Oboe und Thomas Kraß an der Orgel. Dem melancholischen Liebeslied folgt die muntere Einladung in Johann Sebastian Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Hier mischt sich der klare Sopran von Claudia Lawong ins Spiel, unangestrengt und kräftig.

Für die erste seiner drei Orgelimprovisationen hat Kraß „Hört, es singt und klingt mit Schalle“ ausgewählt, ein Werk, dessen Melodie um 1450 entstand. Seine Improvisation zu „Ich steh an deiner Krippe hier“ entführt ins Sphärische, ganz still, zum Ohrenspitzen, trägt Kraß das „Es ist ein Ros entsprungen“ vor, bis es spurlos verhallt.

Die fein gespielte Oboe trägt zum Beginn das „Ave Maria“ von Giulio Caccini, bis der Sopran es fein ausmalt, und Beumers wird die Stärken ihrer Oboe noch im „Oblivion“ von Astor Piazolla hören lassen. Das Finale schließlich bietet Soli für alle drei Virtuosen, Morricones „La Califfa“. Sehr gut harmonieren die drei beim „bereite dich, Zion“ aus dem Weihnachtsoratorium Bachs und in seinem „Quia respexit“ aus dem Magnificat. Andrew Lloyd Webbers „Pie Jesu“ bietet einen ruhigen Hintergrund für den wunderschönen, anmutigen Gesang.

Kräftig fiel der lang aufgesparte Applaus aus; das Trio gab eine Zugabe. Der Gastgeber, Henk Plas, hatte in seiner Begrüßung angemerkt, es habe „noch nie so viele Besucher wie heute“ gegeben.

Am 19.01.2002 spielt Prof. Tomasz Adam Nowak, Hauptorganist der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti in Münster, Professor für Orgel und Improvisation an der Hochschule für Musik in Detmold und Leiter der Abteilung Kirchenmusik ein Programm mit Variationen aus fünf Jahrhunderten. Er präsentiert Werke von u.a. Jan Pieterszoon Sweelinck, Franz Liszt und Johannes Brahms. Den Schlusspunkt setzt Henk Plas mit Bach, Buxtehude und Andriessen am 2.2.2020.

Bitte gib der Seite ein

Verwandte Inhalte:

  • Yul Anderson spielt Klavier in der Friedenskapelle MünsterMünster. Der Pianist Yul Anderson bringt seinen authentischen und bewegenden Töne aus Kalifornien nach Münster. Nach erfolgreichen Konzerten in der Hamburger Laeiszhalle kommt Anderson zum ersten Mal in die Friedenskapelle Münster.   Anderson tourt vom 14. bis zum 22. Oktober 2015 unter dem Titel „The Ultimate Piano Experience“ erneut durch…
  • Orchestral arrangierte Cello-Suiten von Bach aufgeführtMünster-Wolbeck (agh). Sämtliche sechs Suiten für Violoncello von Johann Sebastian Bach an einem Stück gespielt – das ist ein ungewöhnliches, seltenes Klang-Experiment. Zu erleben war es am Sonntagnachmittag in der Wolbecker Kirche St. Nikolaus. Als Interpreten je einer der Solo-Suiten traten sechs Studierende der Violoncello-Klasse von Professor Matias de Oliveira…
  • Neues Festival in Münster: Treibgut-Premiere sogar internationalVon Andreas Hasenkamp. Münster. Zwei Newcomer, dazu zwei weitere Text- und Ton-Künstler aus Münster und Umgebung: So stellt sich Frank Romeike das Format von „Treibgut“ vor. Am Freitag startete die Konzert-Reihe im Pavillon des Schlossgartens sogar international: Zu Sonja Hintze, Gerd Schossow und dem Duo „FRINK“ mit Romeike und Herbie Streckmann…
  • Kowalew-Don-Kosaken in St. Nikolaus in WolbeckMünster-Wolbeck. Die Don-Kosaken singen – das zieht: Die Kirche St. Nikolaus in Wolbeck war am Sonntagabend bis hinten gut gefüllt. Ein festliches Weihnachtskonzert hatte der Chor versprochen, für alle Generationen. Stimmgewaltig als Ensemble und solo zeigten sich die Sieben, auch mal in leisen Tönen. Das nutzten sie für russisch-orthodosxe Kirchenlieder,…
  • Orgelwochen enden mit schöner Toccata und „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“Münster-Hiltrup (agh). Bald wird sie verpackt – oder auch ausgebaut, das ist nicht sicher. Auf jeden Fall war es fürs Erste das letzte Konzert auf der Orgel von Sankt Clemens, das am Sonntagnachmittag eine ungleiche Trilogie von Konzerten der Hiltruper Orgelwochen beschloss. Vielleicht auch deshalb war das Konzert sehr gut…
Follow by Email
RSS