Obst bei Lidl und Real stark belastet, sagt Greenpeace

Zuletzt aktualisiert 9. November 2020.

Obst und Gemüse beim Discounter Lidl sowie bei der Metro-Kette Real sind einer Greenpeace-Studie zufolge bundesweit am stärksten mit giftigen Pestiziden belastet. Hingegen habe die Frischware des Discounters Aldi in Deutschland am besten abgeschnitten, teilte die Umweltschutzorganisation in Hamburg mit.

Im Rahmen einer bislang einzigartigen Großstudie hatten Tester im September 658 Obst- und Gemüseproben der führenden Supermarktketten in Deutschland, Österreich und der Schweiz gekauft und auf 300 Giftstoffe untersucht.

Mit keinem einzigen der untersuchten Produkte war Greenpeace richtig zufrieden: „Befriedigend war keines der Angebote im Test“, bilanzierte ein Greenpeace-Experte. Obst und Gemüse seien immer stärker mit Pestiziden belastet.

Testsieger noch vor Aldi ist laut Greenpeace der österreichische Marktführer Billa (Rewe Österreich), dessen Obst und Gemüse am wenigsten belastet sei. Im Mittelfeld landeten Edeka/Spar, Tengelmann, Rewe und der Regionalanbieter tegut.

Nach Angaben von Greenpeace wurden in 100 Fällen, also bei 15 Prozent der Proben, die gesetzlichen Höchstmengen an Pestiziden erreicht oder gar überschritten. 16 Proben hätten Extrembelastungen aufgewiesen, die für Kleinkinder akut gesundheitsgefährdend seien – vor allem Tafeltrauben seien betroffen gewesen. Bei 27 von 112 untersuchten deutschen Gemüseproben bestehe der Verdacht, dass illegale Pestizide eingesetzt wurden. In all diesen Fällen erstattete Greenpeace Anzeige bei Behörden und Staatsanwaltschaften.

Pestizide können nach Angaben von Umweltmedizinern den Hormonhaushalt und das Immunsystem beeinträchtigen, Krebs auslösen und das Nervensystem schädigen. Vor allem Kinder sind gefährdet. Greenpeace-Chemieexperte Manfred Krautter empfahl den Verbrauchern daher, unbedingt darauf zu achten, wo sie einkaufen. „Die Qualitätsunterschiede sind sehr groß.“ Überrascht seien die Tester über das vergleichsweise gute Abschneiden des Discounters Aldi gewesen, sagte Krautter. Uneingeschränkt empfehlenswert sei aber nur Bio-Ware.

Bei dem Test wurden bei allen Handelsketten deutschlandweit acht identische Produktgruppen aus konventionellem Anbau untersucht: Birnen, Tafeltrauben, Pfirsiche/Nektarinen, Tomaten, Gurken, Paprika, Karotten und Kopfsalat. Die getesteten Supermarktketten decken laut Greenpeace über drei Viertel des deutschen Lebensmittelmarktes ab.

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Über Andreas Hasenkamp

Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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