Niederländischer Organist Gerben Mourik eröffnet Orgelfestwochen St. Clemens / Lob für die Orgel

Münster-Hiltrup. Mit einem breiten Lächeln verbeugt sich Gerben Mourik in Richtung der Zuhörer, die ihm nach dem Konzert in St. Clemens applaudieren, an seiner Seite Henk Plas. Als der ihm signalisiert: „Zugabe gewünscht!“, eilt er flink die steile, schmale Treppe zur Orgel empor: Der Organist aus  Oudewater-Hekendorp in den Niederlanden hat noch eine Improvisation im Repertoire.

Freude an der Improvisation

Die Szene steht für die Spielfreude und Dynamik, mit der der Gast aus den Niederlanden am Sonntag die Orgelfestwochen in St. Clemens eröffnete.

Mourik war nicht zum ersten Mal in Münster: mit Studierenden hatte der Bekannte von Plas die Orgel von St. Clemens nach der Renovierung getestet und 2010 spielte er in St. Josef konzertiert. Plas hatte für Sonntag einen „Dialog auf Niederländisch und Französisch“ angekündigt, „aber da Musik eine internationale Sprache ist“, sehe er da keine Probleme und wünschte „gute Andacht!“.

Das Programm verband meist selten gehörte Komponisten mit Improvisationen. In den Vingt-Quatre Pièces von André Fleury deutet  Mourik im bruchlos anschwellenden Allegro Maestoso bereits seine Virtuosität an, die im Andante, melodisch verhalten und voll innerer Spannung, zur  Entfaltung drängend, deutlicher wird. Die No. 5 ist ein Stück mit  komplexer Leitdee, das fast beiläufig verklingt. Charles Tournemire war der zweite Franzose des Konzerts, ein Komponist moderner Prägung mit mystischer Klangprägung. Ein Gast dankte ihm prompt, diesen besonders selten gehörten Komponisten aufgenommen zu haben.

Aus der reichen niederländischen Literatur bot Mourik   moderne Komponisten, Jaap Dragt mit dem „Hirten, er ist geboren“ und Arie Keijzer sowie Jan Bonefaas. In den Variationen über Bonfaas' „O God van hemel, zee en aard'“ lässt Mourik einem Fortissimo und schnellsten Läufen freien Lauf.

Glanzstücke gerade für eine Andacht waren die Improvisationen Mouriks zu „Es ist ein Ros entsprungen“, um dessen klar herausgearbeitete Melodie er einen wunderbar harmonischen Rahmen webte und im zweiten Teil fröhlich beschleunigte: thematisch passend, künstlerisch kreativ und virtuos, des weiteren eine Improvisation zu „Nun freut euch, ihr Christen“, „Christ unser Herr zum Jordan kam“ und schließlich, als Zugabe mit immer noch größter Spielfreude, eine Improvisation barocken Einschlags zu G. F. Händel. Auf einer Orgel wie dieser sei das Improvisieren eine Freude, zumal der Raum wunderbar klinge, betonte Mourik.

Das zweite Konzert der dreiteiligen Orgelfestwochen mit  Martina Pahl, Querflöte, und Henk Plas, Orgel, beginnt am Sonntag, den 23. Januar, um 17 Uhr.

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