Neun Taufen auf einen Streich

Münster-Wolbeck. Neun Taufen auf einmal, daran kann sich Helga Wemhöner auch aus ihrer Pfarrerszeit in Albachten und Senden nicht erinnern. Sechs waren es einmal, alle zumindest entfernt verwandt, aber neun sei „rekordverdächtig“.

Täuflinge mit Pfarrerin Wemhöner Am Samstagmorgen konnte sie in der Christuskirche in Wolbeck Menschen aus drei Generationen in die evangelische Gemeinde Wolbeck /Albersloh aufnehmen. Von der Großmutter Natalie Stüßer bis zum zweijährigen Enkelkind. Die erster Erklärung für die späte und gemeinsame Taufe liegt in einer ungewöhnlichen Herkunft. Die Familie kommt aus Sibirien, aus Altai. In der Sowjetunion stand der Staat der christlichen Praxis ablehnend gegenüber. „Wir haben uns heimlich für die Feier der Messe getroffen, damit es keiner merkt“, erinnert sich Stüßer. Es gab dort in vielen Dörfern auch keine Pfarrer, erläutert Wemhöner, und Christenverfolgung sei zeitweise nicht unüblich gewesen.

Im November 1990 reisten die Rußlanddeutschen in die Bundesrepublik Deutschland und kamen zunächst nach Hamm. Dann verschlug es sie 1996 nach Wolbeck, wo es Stüßer mehr als gut gefällt. „Ich will hier nicht mehr weg.“ Als die Kinder 2005 ins doch nicht so ferne Albersloh zogen, um dort zu bauen, war sie nicht begeistert.

Auch ihre Kinder sollten getauft werden, wünschte sich Stüßer, am besten am gleichen Tag. Im Mai wird ihr Enkelkind Angelika Töws konfirmiert. Da sie dafür getauft werden musste, war ein guter Anlass auch für die anderen gegeben. Der Albersloher Teil der Familie wollte gern am alten Wohnort Wolbeck getauft werden.   So empfingen Angelika, Dennis, Ina und Igor Töws, Dietrich, Kristina, Lydia und Delian Fehler am gleichen Tag wie Großmutter Natalie Stüßer in Wolbeck das Sakrament der Taufe.

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