Neuer Ratsherren-Kandidat für Wolbeck: Ortsunion kürt Theo Mooren

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Theo MoorenMünster-Wolbeck. „Damit hat keiner gerechnet", meinte Dieter Horsch, Vorsitzender der Ortsunion Wolbeck, gegen 21.30 Uhr in der Gaststätte „Zur Kiepe". Und man wusste zunächst nicht, welche der Überraschungen er wohl gemeint hatte. Es war die Zahl der Anwesenden: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir so viele Mitglieder bei einer Mitgliedersammlung hatten", so Horsch später.

Die andere Überraschung war eine Gegenkandidatur für den Vertreter Wolbecks im Rat der Stadt Münster. Der Kandidat heißt nun Theo Mooren, ist 69 Jahre alt, hat zwei verheiratete Töchter und zwei Enkel, und war zuvor für den TÜV tätig und auch für Sicherheitsfragen im Bistum Münster im Einsatz. In der Ortsunion war er zunächst Schriftführer und sehr in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aktiv.

Der amtierende Ratsherr, Franz-Pius Graf von Merveldt, Nachrücker für den überraschend verstorbenen Ratsherrn Beitelhoff, kandidierte ebenfalls wieder. Aber weder seine Bilanz noch sein Konzept erschienen vielen Stimmberechtigten substanziell genug. Das sagte erst ein Mitglied, dann auch noch einmal Werner Stolz: Das könne nicht sein, dass man für einen solchen wachsenden Stadtteil ohne Konzept antrete. Das sei auch im Blick auf das Bilden von Koalitionen wichtig. Die bräuchten die Vertreter der Innenstadtbezirke nämlich, profitieren sie doch bei Wahlen von den „50+x"-Ergebnissen der Außenbezirke.

Das Wahlergebnis fiel deutlich zugunsten von Mooren aus: Bei einer Enthaltung stimmten 23 für Mooren, 16 für Graf Merveldt. Der gratulierte seinem Nachfolger unverzüglich und als erster.

Mooren hatte verschiedene Themen angesprochen, meist im Zusammenhang mit dem Wachstum des Stadtteils. Der Zugang zu den großen Einkaufsmärkten müsse auch für Ältere und Mütter mit Kinderwagen gefahrlos möglich sein, man müsse dort die Straße gefahrlos queren können. Für die Münsterstraße sei eine Verkehrsberuhigung anzustreben.

Für Ältere müsse es einen Kommunikationsraum geben, wo man sich treffen könne, ohne eine Gaststätte aufsuchen zu müssen. Er befürwortete auch neue Wohnkonzepte wie das der Bremer Stadtmusikanten. Eine Erweiterung des Achatius-Hauses sei in die Planung aufzunehmen.

Sich einstellen müsse man auf eine größere Zahl von alleinerziehenden Müttern; hier seien auch ehrenamtlich helfende Bürger gefragt. Und bei Jugendlichen mit Problemen bei der beruflichen Eingliederung sei frühzeitig zu helfen, der Einsatz von Sozialpädagogen zu rechten Zeit spare viel Geld. 

Viele Gratulanten kamen zu Mooren. Einer mit Ratsherren-Erfahrung gab ihm noch den Tipp, sich deutlich kürzer zu fassen. 

Dann kürten die so ungewöhnlich zahlreichen Mitglieder noch Kandidaten für die Bezirksvertretung Münster-Südost. Es wurden Kalle alias Horst-Karl Beitelhoff, Rošika Schirok und Martin Peitzmeier.

Dazu war ein zweiter Wahlgang nötig, denn der erste genügte den Anforderungen der Kreispartei für die Frauenquote nicht, wie Versammlungsleiter Michael Klenner feststellte. Und der Wahlleiter fand in Heinz Mentrup rettende Unterstützung, als der Abstimmungsmodus nicht gleich klar war und für die Gültigkeit der Wahl gesorgt werden musste.

Dabei hatten sich anfangs nur der Kandidaten gefunden. Doch, so Klenner, das sei „ein bisschen dünn", man habe für Wolbeck auch schon vier Vertreter in der Bezirksvertretung gehabt. Schnell fand sich Josef Schwegmann als weiterer Kandidat. Zu den Stellvertretern zählt nun auch der 24-jährige Oscar Lass.

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