Neu an der WWU Münster: Theologin Prof. Dr. Judith Könemann

Eine der gesellschaftlichen Schlüsselfragen ist das Verhältnis der Religionsgemeinschaften zur modernen Gesellschaft und die damit verknüpfte Frage nach Möglichkeiten des interreligiösen Dialogs und Lernens. Dies sind zwei Forschungsschwerpunkte, mit denen sich Prof. Dr. Judith Könemann beschäftigt und zu denen sie jüngst zwei Publikationen vorgelegt hat. Sie ist seit diesem Semester neue Professorin für Religionspädagogik mit dem Schwerpunkt religiöser Bildungsprozesse am Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster.

Religion und Öffentlichkeit

Die Frage, wie sich Religionsgemeinschaften und christliche Kirchen in wichtige öffentliche Debatten einbringen, ist ein Thema, das Prof. Könemann am Beispiel direktdemokratischer Prozesse in der Schweiz und im Rahmen des Exzellenz-Clusters „Religion und Politik" für Deutschland erforscht. Könemann (46) hat einige Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet. Deshalb interessiert sie der Unterschied der politischen Systeme von direktdemokratischer und parlamentarischer Demokratie im Zusammenhang mit dem Thema Religion und Öffentlichkeit besonders.

In der Schweiz war sie von 2005 bis 2009 Direktorin des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts (SPI) und Geschäftsführerin der Pastoralplanungskommission der Schweizer Bischofskonferenz. Sie interessiert sich schon seit ihrer Assistentinnenzeit für das Verhältnis von Religion und Bildung – mehrere Jahre arbeitete sie auch in der Erwachsenenbildung – und für Religionssoziologie.

Nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Debatte um den Religionsunterricht beschäftigt sie sich mit der soziologischen und theologischen Verortung des Religionsunterrichts in öffentlichen Schulen. Dabei ist das Zusammenleben der Religionen in einer offenen Gesellschaft ein wichtiges Thema, etwa wenn christliche Schulen muslimischen Unterricht anbieten. Die Veränderungen individueller Religiosität in der Gesellschaft, Selbststeuerung und Selbstorganisation in didaktischen Lernprozessen und die Psychologie von Gruppenprozessen sind weitere wichtige Themen ihrer Arbeit.

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Für den Wechsel nach Münster nennt Judith Könemann mehrere Gründe: „Zum einen besitzt die Münster eine der renommiertesten theologischen Fakultäten mit exzellentem Ruf. Zum anderen war es die Mitarbeit am Exzellenz-Cluster „Religion und Politik" und der Reiz, dass mein Lehrstuhl inhaltlich mit dem Schwerpunkt religiöser Bildungsprozesse neu konzipiert wurde und genau meinen Schwerpunkten entspricht" Am Institut liegt Könemann eine gute Lehre am Herzen. Sie sieht sich mehr als Team-Playerin und will eng in Kooperationen und interdisziplinären Netzwerken arbeiten. Wichtig ist ihr, ein fundiertes und nachhaltiges Profil des Lehrstuhls aufzubauen.

Das erste Mal war die Theologin als junge Studentin 1982 in Münster. 2003 erhielt sie mit ihrer Doktorarbeit über religiöse Deutungsmuster, mit denen Menschen heute ihr Leben gestalten, einen Dissertationspreis der Universität Münster. Jetzt ist sie als Professorin nach Münster zurückgekehrt, auch wenn die aktive Bergsteigerin und Wanderin die Berge im flachen Münsterland sehr vermisst.

Links:

    * Institut für Katholische Theologie und ihre Didaktik
      http://egora.uni-muenster.de/fb2/ila/aktuelles.shtml

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