Neu an der WWU Münster: Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Martin Bonsen

Management und Führung sollten in der modernen Schule keine Fremdwörter sein. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Martin Bonsen, seit dem Sommersemester neuer Professor für das Fach "Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Schul- und Unterrichtsentwicklung" am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster.

Prof. Bonsen untersucht, wie sich Schulen entwickeln können und wie sich neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Schulpraxis umsetzen lassen. Die Professionalisierung der Schulleitung und der Lehrerschaft steht im Mittelpunkt. Der Umgang mit Evaluationen ist dabei von zentraler Bedeutung für ein erfolgreiches Qualitätsmanagement.

Der Wissenschaftler kennt sich aus: Nicht nur rund um die PISA-Studie entwickelte er Handlungskonzepte für das Schulleitungspersonal. Er erforschte auch Kompetenzen und Einstellungen von Schülern. Bis Ende 2008 koordinierte er die Teilnahme Deutschlands am Projekt TIMSS ("Trends in International Mathematics and Science Study"), eine Art "PISA-Studie für Grundschulen". Hier kooperierte er mit Wissenschaftlern aus 37 Ländern, um Erkenntnisse zur Verbesserung des Unterrichts in Mathematik und Naturwissenschaften an deutschen Grundschulen zu sammeln.

Künftig geht es Prof. Bonsen um den Aufbau der Entwicklungskapazität von Schulen, wie sie den sich ständig ändernden Anforderungen effizient und nachhaltig gerecht werden können. Regelmäßige Schulbesuche sind dabei ein Muss, etwa im Matheunterricht. Bonsen begleitet den neuen Mathe-Lehrplan und untersucht wie dieser im Unterricht umgesetzt wird und welche Geburtswehen es dabei zu überwinden gibt.

Er achtet darauf, dass Lehrer nicht Einzelkämpfer in Sachen Förderung sind, sondern in Teams arbeiten, um gemeinsam den Unterricht zu verbessern. Externe Beratung, regelmäßiges Feedback und Unterstützung sowie die Förderung einer intensiven Kooperation zwischen den Lehrkräften sind wichtige Bausteine des Erfolgs. "Die Schulleiter müssen sich als moderne Manager begreifen und sich aktiv für die Entwicklung der Schule einsetzen."
Der 39-Jährige denkt global und schaut über den Tellerrand hinaus. Er verfasste bereits seine Diplomarbeit über Schulevaluation in Schweden, England und Holland. Seine Assistenzzeit verbrachte er an der TU Dortmund, am Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS), dem seit Mitte der 1970er Jahre renommierten "Mutterhaus der Schulentwicklungsforschung in Deutschland". Bonsen ist mittlerweile auch ein international gefragter Fortbildner für Schulleitungen und Schulaufsicht, wovon etwa seine Kooperation mit dem Erziehungsministerium in Luxemburg oder Einladungen nach Abu Dhabi zeugen.

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Als empirischer Schulforscher möchte er erreichen, dass die Schulen erkennen, das Schul- und Unterrichtsentwicklung nicht nur „bildungspolitische Folklore" sind, sondern wichtige Wege, um die Herausforderungen der Zukunft besser meistern zu können. Auch den Studierenden will er sein Credo weitergeben: "Als Lehrer werdet Ihr die Schule der Zukunft gestalten."

Prof. Bonsen entschied sich für die Universität Münster, da vom Institut für Erziehungswissenschaften der WWU "wichtige Impulse ausgehen". Münster sei zudem ein sowohl quantitativ als auch qualitativ wichtiger Standort für die Lehrerbildung. „Vieles an der Universität Münster atmet Geschichte und das im positiven Sinne." Die Stadt Münster ist für Bonsen „ein Schmuckkästchen voll sichtbarer Lebensqualität". Der Neuberufene fragt sich, „ob die Studenten wohl wissen, wie gut sie es in dieser Uni-Stadt haben". Martin Bonsen erkundet Münster so oft es geht nach Feierabend mit dem Fahrrad.
Links:
    * Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster
      http://egora.uni-muenster.de/ew/

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